Enger-Spenge. Wiederbezug des renovierten Kirchengebäudes am 5. Dezember 2021 an der Uhlandstraße in Spenge
Das zum Wiederbezug gut passende Textwort für diesen Gottesdienst war in Psalm 24, Verse 7+8 nachzulesen: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit.“
Zu Beginn seiner Predigt hieß Apostel Stefan Pöschel die Gemeinde im frisch renovierten Kirchengebäude herzlich willkommen. Es sei alles so frisch, hell und strahlend und weise einen hohen Grad an Funktionalität auf – aber das Wichtigste sei der Altar, der auch zukünftig für die Wortverkündigung im Mittelpunkt stehe. Dort würden Dank, Bitte und Fürbitte ausgesprochen. Der Apostel sagte, unser Dank gelte zunächst Gott, dass das Gebäude wieder bezogen werden konnte, aber auch den Planern, Handwerkern, allen Mitarbeitenden, der Gebietskirche für die finanziellen Mittel sowie den Schwestern und Brüdern hier in der Gemeinde für ihren Einsatz in den vergangenen Tagen und auch schon für die Zukunft.
Einladung zum Einzug an den „König der Ehren“
Das Textwort für den Gottesdienst sei ein Appell und auch eine Einladung an Jesus. Das damalige Volk Israel hielt Gott für so groß und allmächtig, dass es die Tore des Tempels besonders weit und hoch baute. Wir lesen heute das Alte Testament im Blick auf Jesus Christus und sehen das Wort als Hinweis auf die Erscheinung der Herrlichkeit Jesu Christi. In der Krippe lag nur ein kleines Baby; und doch war die Herrlichkeit Gottes eingezogen. Ein jeder von uns kann zulassen oder auch verhindern, dass Gott in sein Herz einzieht. Machen wir doch Herz, Seele und auch unseren Verstand weit auf für ihn, dass er bei uns einziehen kann! Ein Sprung in die heutige Zeit: Wie oft beten wir überwiegend nur für unser natürliches Leben? Wir tragen das Auferstehungsleben in uns. Jesus ist der Erlöser unserer Seele, nicht der Löser unserer irdischen Probleme.
Von der Feindesliebe
Der Apostel wies auf Jesu Worte in Lukas 6, 32 ff. hin: „Und wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? ...“ Wir wollen etwas Liebe übrig lassen, unser Herz weiten und auch die lieben, die anders denken und vielleicht schwierig sind. Das ist schon eine Herausforderung, aber zu schaffen. Jesus Christus ist der Weg, er dachte und bewertete mit anderen Maßstäben, er sah das Herz an. Dieses Kirchengebäude möge ein Ort der weiten Herzen sein, schloss der Apostel, ein Ort der Aufnahme, der Liebe und des Verständnisses.
Bischof Peter Johanning sagte in seinem Predigtbetrag, ein engstirniger Christ sehe zuerst einmal sich selbst – Hauptsache, ich selbst bin bei der Wiederkunft Jesu mit dabei. Aber wir wollen weiter denken, Ränder spüren und darüber hinausschauen, großzügig und wertschätzend sein, damit möglichst alle zu Jesus kommen können.
Christozentrik: Keine Konzentration auf den Einzelnen oder auf mich selbst
Apostel Pöschel ergänzte, oft halte man seine eigenen Verhältnisse für die schwierigsten. Aber wissen wir denn genau, was der Nächste gerade durchmacht? Vielleicht will Gott uns ja befähigen, den Nächsten zu unterstützen, mitzutragen. Stellen wir uns an seine Seite! Christus steht im Mittelpunkt, wir stehen alle um ihn herum, auch wenn wir alle unterschiedlich sind und andere Standpunkte haben. Aber ein jeder von uns möchte zu Jesus. Lasst uns das weite Denken verinnerlichen, die Kraft dafür bekommen wir unter anderem auch beim Heiligen Abendmahl.
Nach dem Gottesdienst konnten die Gemeindemitglieder das Kirchengebäude mit allen Nebenräumen besichtigen. Wegen der Corona-Auflagen gab es nur ein begrenztes Platzangebot, daher ist geplant, das schöne neue Gebäude im neuen Jahr in einem größeren Kreis Freunden, Gästen und Mitbürgern vorzustellen.
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