Vlotho. Für die Gemeinde Vlotho war der 28. Februar 2021 ein besonderer Sonntag. Bischof Peter Johanning, Halle (Westfalen) feierte den Gottesdienst mit der Gemeinde und verabschiedete zwei langjährig ehrenamtlich tätige Amtsträger in den Ruhestand.
Zu Beginn der Predigt ging Bischof Johanning auf den Vortrag des Orgelspielers Ralf Oppermann ein, der den Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ in zwei unterschiedlichen Arrangements - von Jan Peeterszoon Sweelinck (1562-1621) und Ben Dickens (*1949) - vorgetragen hatte.
„Ein interessanter Anfang. Warum zwei verschiedene Arrangements?“ so die Frage des Bischofs. „Eine Antwort kann sein, es gibt unterschiedliche Komponisten, junge, ältere, aus der Zeit der Alten Musik oder der Moderne.“ Sein Blick ging in die Gemeinde, in der sich Gläubige aus den verschiedensten Lebenssituationen, junge und ältere, mit unterschiedlichen Erfahrungen, Gefühlen und Gedanken zusammengefunden hatten. Sie alle hören dasselbe Wort und jeder werde angesprochen von diesem Wort, so die Gedanken des Bischofs.
Christlicher Lebenstraum
Als Grundlage für den Gottesdienst diente das Bibelwort: „Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.“ (Psalm 126,1)
„Träumt ihr noch?“ lautete die Frage des Bischofs. Jeder Mensch habe Träume, jede Nacht. Jeder von uns habe Lebensträume, deren Inhalte ganz unterschiedlich seien.
Es gebe auch einen christlichen Lebenstraum und diesen Traum teilen sich die Christen. Er lautet: Jesus Christus komm! Es möge uns dieser christliche Lebenstraum nicht verloren gehen durch den Alltag, durch Ablenkung oder durch Angebote vieler Art. "Es geht heimwärts ihr Pilger im Fremdlingsland", zitierte Bischof Johanning noch einmal eine Zeile aus dem zu Beginn des Gottesdienstes gelesenen Liedtext.
Tränensaat – Freudenernte
Der 126. Psalm berichtet über eine Zeitenwende in der Geschichte Israels. Babylon führte Krieg gegen Israel und gewann diesen Krieg. Die Studierten, Nachdenklichen, die Politischen wurden nach Babylon deportiert. Sie fühlten sich dort fremd: eine fremde Stadt, eine fremde Religion, fremde Bräuche – Jerusalem, der Tempel war verloren. Doch sie wollten sich nicht einlassen auf einen fremden Gott, wollten ihre Identität nicht aufgeben. Sie erzählten über Generationen hinweg vom Tempel in Jerusalem und hielten die Erinnerung lebendig. Jerusalem war ihnen kostbar, sie hatten Hunger, Sehnsucht nach der Rückkehr. Nach 60 Jahren wurde die Zeit des Leidens, der Tränen und der Entbehrungen durch das Eingreifen des HERRN beendet. Bemerkenswert sei, so der Bischof, das Volk baute als Erstes den Tempel wieder auf.
Bischof Johanning stellte den Bezug zum Heute her mit den ermutigenden Worten: „Freut euch, lasst den christlichen Auftrag nicht in Vergessenheit geraten, gebt den Traum weiter an eure Kinder, Enkelkinder, Nachbarn, Freunde.“ Es handele sich nicht um Schwärmerei, sondern um Fakten: Der Glaube wird zum Schauen kommen.
Halt finden im entscheidenden Augenblick
Priester Karl-Wilhelm Schröder, der in diesem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet wurde, bedankte sich in seinem Predigtbeitrag bei der Gemeinde, die ihn immer auf- und angenommen habe. Er erwähnte ein Wort seines ehemaligen Vorstehers Hans-Werner Meyer, das ihn in seiner Amtstätigkeit begleitet habe: „Als Amtsträger musst du sein wie ein Geländer – man bemerkt gar nicht dass es da ist, aber im entscheidenden Augenblick bietet es den notwendigen Halt.“
Verabschiedung in den wohlverdienten Ruhestand
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahls setzte Bischof Peter Johanning den Diakon Roman Kichner und Priester Karl-Wilhelm Schröder in den Ruhestand.
Diakon Kichner war 18 Jahre ehrenamtlich als Diakon tätig. Typisch für ihn sei, so Bischof Johanning sein sympathisches Lächeln, mit dem er die Herzen der Gemeinde gewonnen hätte. „Sei weiterhin, auch im Ruhestand ein Fahnenträger, halte die Fahne des Glaubens hoch, sichtbar für die Gemeinde.“
Priester Schröder war ehrenamtlich mehr als 40 Jahre, davon 27 Jahre als Priester, in der Gemeinde Vlotho tätig. Der Bischof dankte ihm für seine Arbeit, die er immer gern und mit viel Empathie getan habe. Er habe über viele Jahre hinweg Akzente in der Gemeinde gesetzt. „Teile deine Lebensweisheit, deine Glaubenserlebnisse auch weiterhin mit der Gemeinde.“
Bischof Johanning dankte auch den Ehefrauen und Kindern, die die Amtstätigkeit ihrer Ehemänner und Väter unterstützend begleitet haben.
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