Bezirk Herford. Aus Bad Oeynhausen wurde am 11. April 2021 ein Gottesdienst mit Bischof Peter Johanning übertragen, ohne Anwesenheit der Gemeinde. Predigtgrundlage war ein Wort aus Johannes 10,7.8: „Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.“
Melanie Göding aus der Kirchengemeinde Hiddenhausen hatte passende Texte und Noten ausgewählt für Ihre Vorträge am Klavier. Stimmungsvoll und mit Leichtigkeit vorgetragen, gestaltete sie den Gottesdienst mit und unterstrich die Aussage der Predigt: „Jesus, der gute Hirte“.
Jesus ist die Tür
Den Refrain eines Chorliedes, in dem der Bass den cantus firmus übernimmt: „Herr kehre ein, mit deinen reichen Gaben,“ griff der Bischof auf und bat die Gemeinde, die Stimme Gottes aus dem derzeitigem Klang der Meinungen, des Stöhnens, Unverständnisses und gelegentlicher Aggression heraushören zu wollen. Jesus sage auch heute noch: „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden! - Was brauchst du als Christ?“ fragte Bischof Johanning. Es wäre gut, wenn wir sagen könnten, alles zu haben, was wir benötigen ist: die Liebe Gottes, seine Gnade und am Ende die Erlösung aller unserer eigenen Sünden und Verfehlungen.
Die Tür ist offen
Jesus sei unser Türwächter, unser Seelenfreund: „ Er lässt dich hinein, obwohl du hier und da selber die Gnade hast vermissen lassen. Jesus verteidigt dich!“ Bischof Johanning beschrieb, dass ärmere Hirten auf freien Weiden sich selbst sozusagen als Pforte zwischen die Umzäunungen zum Schlafen gelegt hatten. Jesus habe gesagt: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Priester Jörg Vogelsang griff in seinem Predigtbeitrag den Begriff des „Mietlings“ auf - also ein bezahlter Hirte, dem die gehüteten Schafe nicht am Herzen lägen. Dieser nähme beim Auftauchen eines Wolfes eher Reißaus, weil ihm seine eigenen Befindlichkeiten wichtiger als die der Schafe seien.
Wer bist du?
Bischof Johanning vertiefte den Aspekt, dass man heute die Sichtweise des „Mietlings“ annehmen und den eigenen Auftrag als Christ distanziert betrachten könne. Er rief die Gemeinde dazu auf zu hören, was der Hirte zu sagen habe: „Schweigt nicht, sondern redet von dem, was in euch steht und lebt im Alltag die Liebe Gottes. Liebt Gott über alles und eure Feinde wie euch selbst!“
Damit käme man oft nicht gut klar, weil manch ein Mensch eben so anders sei, als man selber. Der erklärte Wille Gottes sei, allen Menschen zu helfen, nicht nur einer auserwählten Schar. Seine Herde reagiere mit Vertrauen in allen Lebenslagen und wisse: „Jesus ist der beste Freund, den du haben kannst.“
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