Vlotho. Dieser Antrittsbesuch des ‚neuen‘ Apostels Carsten Denker am Mittwoch, 14. August 2024 war in der Tagespresse und auf Social Media-Kanälen der Gemeinde angekündigt worden. Trotz des schwülwarmen Wetters waren nicht allein die Mitglieder der Neuapostolische Kirchengemeinde Vlotho gekommen, sondern auch viele Glaubensgeschwister aus Bad Oeynhausen sowie interessierte Gäste. Und so war der Gottesdienstraum gut gefüllt. Alle waren in froher Erwartung.
Zunächst ein Zitat aus dem Eingangsgebet: „Glaube braucht Stärkung – und die erbitten wir uns nun von Dir, Gott.“
"Es ist für mich schon ein bisschen komisch, dass ich noch nie zuvor in Vlotho war“, so der der Apostel zu Beginn, lächelte und dachte sich wohl dabei, dass Minden ja nicht wirklich weit weg ist.
Die Klage
Dann kam der Apostel gleich zur Überschrift dieses Gottesdienstes, nämlich „Die Klage“. Im Psalm 22, 2ff heißt es: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hier ruft ein bedrängter Beter um Gottes Hilfe. Eine Bibellesung mit 12 Versen aus diesem Psalm verstärkte noch diese Eindrücke.
Eine Frage des Apostels war: „Wie oft habe ich mich allein heute beklagt, zum Beispiel über andere Verkehrsteilnehmer, das Wetter, die Schwüle, die Schlange an der Kasse, die Lautstärke anderer und was noch alles …?“ Eigentlich will man das gar nicht, das Klagen, aber man tut es einfach. Und fragt sich: Gibt es eigentlich gar nichts Gutes mehr?
Daraufhin schlug Apostel Denker die Brücke zum Geistlichen und sagte: „Lasst uns doch den Blick freihalten für Gutes. Gutes, das Gott dir schenkt. Dabei wollen wir uns unseren Blick nicht vernebeln lassen.“ Sein Rat: Bewahre dir das Gute in deinem Herzen.
Klagen ja – aber nicht anklagen
„Du darfst klagen, ja!“ Sag Gott dein Leid im Gebet. Aber wir wollen nicht ‚anklagen‘, das ist etwas anderes. Glaube ist unser Fundament. Gott vertrauen wir und wollen uns nicht von IHM wegführen lassen. Er kennt die Situation jedes einzelnen von uns.
"Liebes Kind, klag ruhig!" Gottes Wege sind nicht unbedingt unsere Wege (nach Psalm 55,8). Dennoch wollen wir Vertrauen haben in die göttlichen Wege. Man kann das Klagen auch als Bitte verstehen. Wer könnte uns denn sonst helfen? In wessen Hände wollen wir fallen, wenn nicht hin zu Gott?
Die frohe Botschaft
Die Co-Predigt vom Bezirksältesten Michael Block, Leiter des Kirchenbezirks Ostwestfalen-Lippe, unterstrich diese Gedanken.
Die Aussicht auf das ENDE ist so tröstend: Ewige Herrlichkeit bei Gott und nur Freude! Die frohe Botschaft ist: Alles Leid ist endlich. Ihr werdet zufrieden sein. Und ihr werdet dann nichts mehr fragen!
Musikalische Gestaltung
Neben der Orgel- und Klaviermusik trug der aus beiden Gemeinden gebildete Chor wesentlich zur Gottesdienstgestaltung bei. Schon vor dem Gottesdienst erklang stimmgewaltig der Satz „Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele“ (von Bernhard Klein). Es folgten weitere Lieder, deren Texte vertrauensstärkende Aussagen hatten. In Chormappe 153 heißt es ja: „Alle eure Sorge werfet auf IHN, denn er sorgt für euch!“
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