Quelle-Steinhagen. Für Sontag, dem 06.10.2024, hatte Apostel Carsten Denker seinen Besuch in der Neuapostolischen Kirchengemeinde Quelle-Steinhagen angekündigt. Er hatte ein großes Programm: Der langjährige Bezirksleiter sollte in den Ruhestand versetzt werden. Ein neuer Gemeindeleiter musste beauftragt, drei Kindern das Sakrament der Heiligen Versieglung gespendet und neue Amtsgaben ordiniert werden.
Schon vor dem Gottesdienst wurden die Besucher mit vielfältiger Musik empfangen. Die Orgel spielte und der Kinderchor, wie auch der gemischte Gemeindechor stimmten die Glaubenden auf den Festgottesdienst ein.
Gottesdienst
Grundlage des Gottesdienstes zu Erntedank war ein Bibelwort aus 1. Mose 8.22:
"Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."
Apostel Carsten Denker begrüßte die Anwesenden herzlich zu dem Erntedank-Gottesdienst. Ein Gottesdienst, in dem Gott Dank für seine Schöpfung, für die persönliche Begleitung und alle Zuwendungen großer Dank ausgesprochen werden soll. Er fragte aber, warum sich dieses Danken auf nur einen Tag beschränke. Die Gläubigen müssten und würden Gott jeden Tag im Gebet danken. "Wissen wir immer wofür wir danken sollen?", fragte der Apostel, und weiter: "ist uns alles wirklich bewusst?". Das was Gott getan habe, seine eine wundervolle, vollkommene Schöpfung, sei ein wahres Wunder. Gott sorge für seine Schöpfung und achte darauf, dass es gut bleibe. Seine Schöpfung sei unvergänglich.
Gott sorgt für Dich
Apostel Denker rief der Gemeinde zu: "Gott sorgt für Dich! Er ist ein fürsorglicher Vater!". Diese Sicherheit gebe dem Glaubenden Kraft, Sicherheit und Ruhe. Das sei ein besonderer Liebesbeweis Gottes.
Wenn die Schöpfung ins Wanken gerate, liege es oft an den Menschen, die unachtsam und oberflächlich damit umgingen. Ein jeder solle ebenfalls sorgsam mit der Schöpfung umgehen und sie achten.
Gottes Fürsorge sei auch die Zusage, die Gott Noah nach der Sintflut gegeben hatte. Nämlich, dass nicht aufhören sollten Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.. Das sei bis zum aktuellen Tag immer so gewesen und werde auch so bleiben. Dieses Versprechen habe Gott immer gehalten.
Dankbarkeit
Der Apostel erläuterte wofür man neben der Schöpfung, dem irdischen Auskommen und vielleicht dem persönlich Erschaffenen dankbar sein dürfe. Das sei zunächst das, was Gott den Glaubenden durch das lebendige Wort der Predigt in die Seele lege. Das seien Dinge, die zu der unsichtbaren Schöpfung Gottes gehörten, die geistigen Werte. Auch mit diesen möge man sorgsam und achtsam umgehen. Dankbarkeit gelte auch dem Glauben an Gott. Dieser werde in der Verbindung zu Gott in den Gottesdiensten gestärkt.
Gedankenaustausch
Nach einem Danklied des Kinderchores hatte der Bezirksälteste Martin Gehrke vor seiner Ruhesetzung noch einmal die Gelegenheit einen letzten Predigtbeitrag zu leisten. Er bemerkte, dass Danken von Gedanken komme. Man müsse sich Gedanken machen, zum Beispiel über das eigene Leben. Dann kämen schon Impulse des Dankens. Zwei Dinge stellte er in den Mittelpunkt. Zum einen seien es die Gottesdienste ein zentraler Teil des Glaubens, wo Gott durch den Heiligen Geist Gedanken ausdrücke, die die Seele erreichen sollten. Das Lesen der Heiligen Schrift reiche nicht aus. "Wie soll man es verstehen, wenn man nicht angeleitet wird", so der Bezirksälteste. Die Begegnung mit Gott sei ein Gedankenaustausch. Im Gebet vor dem Gottesdienst bringe jeder Gott seine persönlichen Gedanken dar, die Wünsche, die Rufe. In der Predigt höre man die Gedanken Gottes. Mit der Einstellung: "Herr hier bring' ich mein Alles, Seel', Geist und Leib Dir dar", könne Gott die menschlichen Gedanken durch die seinigen austauschen.
Wellness und Fitness
Der zweite Teil sei die Gemeinde. Die Gemeinschaft mache die Gemeinde aus. "You will never walk alone", "Du musst niemals alleine gehen". Es sei ein Segen in der Gemeinde zu sein, dann sei es eine Wohlfühlgemeinde. Er stellte zum Thema Wohlfühlen die Begriffe "Wellness" und "Fitness" gegenüber. Bei Wellness müsse der andere arbeiten und man selbst sei passiv. Fitness bedeute, dass man selbst tätig werden müsse. Das gelte in der Gemeinde für zahlreiche Tätigkeiten, die das Wohlfühlen ausmachen. Dort ermahnte er die Anwesenden mitzumachen und sorgfältig mit der Gesundheit der Gemeinschaft und der eigenen Freude umzugehen: "Wir wollen nicht auf Wellness, sondern auf Fitness setzen!" rief er den Anwesenden zu. Er dankte allen für die vielfältige Mitarbeit während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit und schloß: "Gemeinsam werden wir es schaffen!".
Heilige Versiegelung
Nach der Freisprache von Sünden bat Apostel Denker die Eltern mit ihren drei Kindern vor den Altar zu kommen. Es sollte ihnen das Sakrament der Heiligen Versiegelung (Spendung des Heiligen Geistes) zuteil werden.
Diesen Augenblick bereitet der Kinderchor der Gemeinde mit einem Lied vor.
In seiner Ansprache wies der Apostel darauf hin, dass man viele Dinge noch nicht weiss und sie erst lernen müsse. So könnten auch die Kinder noch nicht erfassen und verstehen, was nun Großartiges geschehe. Sie würden durch die Empfangnahme des Heiligen Geistes zu Gottes Kindern. Verstehen würden sie es später, wenn. der Heilige Geist in ihnen wirke, an ihnen arbeite und viele Dinge in ihnen hervorrufe die diese Bindung zu Gott schaffen werden. Es sei wichtig, dass sie zu glauben lernen, das Beten lernen und auch Vertrauen und Zuversicht lernen. Sie sollten aber auch lernen, Gott treu zu sein. Das schaffe zum einen der Heilige Geist, zum anderen seien aber auch die Eltern gefragt, die Wichtiges in die Herzen der Kinder hineinlegen mögen.
Er fragte Eltern, ob sie bereit seien, ihre Kinder nach dem Glaubensbekenntnis der Neuapostolischen Kirche zu erziehen, sie zu lehren dem Herrn treu zu bleiben, und sie vorzubereiten auf die Wiederkunft Jesu Christi. Die Frage beantworteten die Eltern mit einem freudigen "Ja". Nun empfingen die Kinder durch Handauflegung des Apostels im Gebet den Heiligen Geist.
Ruhesetzung
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls kam zunächst der Moment der Ruhesetzung des langjährigen Bezirksleiters und Vorstehers der Gemeinde, Bezirksälteste Martin Gehrke. Apostel Denker bat den künftigen Ruheständler und Priester Jörg Diekmann, dem nachher die Leitung der Gemeinde Quelle-Steinhagen als Vorsteher übertragen werden sollte, vor den Altar. Diesen Augenblick bereitete der Gemeindechor mit dem Lied: "Du meine Seele singe ..." vor.
Gewand an den scheidenden Bezirksältesten statuierte der Apostel, dass es ihm gar nicht möglich sei, die vielen Tätigkeiten im Werk Gottes ausreichend zu würdigen, die Martin Gehrke in seiner Amtslaufbahn wahr genommen habe. Er wisse allein, was er alles mit Gott und den Geschwistern erlebt habe. "Ich fühle, dass Du ein Herz voller Dankbarkeit hast.", sagte der Apostel. Alles was geleistet wurde sei mit dem Spruch, der vor dem Altar stehe bestens zusammen gefasst: "Gebt unserem Gott die Ehre". Martin Gehrke habe Gott in seiner Größe, seiner Liebe und seiner Zuneigung bei den Aufgaben oft erlebt, ihn erkannt. Apostel Denker hob noch einmal hervor, was Bezirksapostel Brinkmann bei der Ordination zum Bezirksältesten in das Herz des künftigen Ruheständlers hinein gelegt habe.
Martin Gehrke solle Tugenden entwickeln, zuerst Glaubwürdigkeit, dann die Freundlichkeit, aber auch die Ernsthaftigkeit. Die Belastbarkeit und die Brüderlichkeit seien weitere Tugenden gewesen, die der damalige Bezirksapostel genannt habe. Apostel Denker dankte Martin Gehrke, dass er damals gut aufgepasst und alles großartig umgesetzt habe.
Nachdem die Anwesenden sich von den Plätzen erhoben hatten, dankte der Apostel noch einmal für alle Tätigkeiten und bat, dass sich der Dank in einen besonderen Segen verwandeln möge. Er entband den Bezirksältesten von der Verantwortung und versetzte ihn per Handschlag in den wohl verdienten Ruhestand.
Beauftragung
Der Apostel wandte sich nun dem künftigen Gemeindeleiter Jörg Diekmann zu. Er machte sehr deutlich, dass nicht geguckt werde, wer diese Aufgabe vielleicht wahrnehmen könne, sondern es werde am Thron Gottes erbeten! Der liebe Gott schenke einem Impulse und zeige einem Wege. Dieser Weg sei zu Jörg Diekmann gegangen. Gott habe in ihn eine besondere Gabe gegeben, sich der Gemeinde anzunehmen und werde alles, was in Zukunft notwendig werde, schenken und sich in seiner Seele entwickeln lassen. Es seien neben der organisatorischen Aufgaben viele Felder, die auf ihn warteten. Er nannte einige, wie das Wohlergehen der Geschwister und der weiteren Amtsträger in der Gemeinde. Priester Diekmann werde erleben, dass da nicht nur Aufgaben seien, sondern das viele auch für ihn etwas tun. Er könne sich darauf verlassen, dass sehr viele Hände für ihn beten werden, was er als besonderen Schub und besondere Kraft empfinden werde.
Der Apostel fragte Jörg Diekmann, ob er bereit sei, der Gemeinde Steinhagen-Quelle als Vorsteher zu dienen, mit all seiner Liebe, mit Treue zu Gott und die Gemeinde weiter dem Ziel entgegen zu führen. Das beantwortet der künftige Gemeindeleiter mit einem freudigen "Ja".
Kniend empfing Jörg Diekmann durch Gebet und Handauflegung den Auftrag als Gemeindevorsteher.
Ordination
Vor den Altar tragen nun Diakon Daniel, der das Priesteramt empfangen sollte, Mareike und Jeanette, die künftig als Diakoninnen den Dienst und der Gemeinde verrichten sollten, sowie Maik und Tobias, die zu Diakonen ausersehen waren.
Auch die Ordination wurde vom Gemeindechor mit dem Lied: "Ich will beten, du wirst geben ..." eingeleitet.
Der Apostel hieß die fünf vor dem Altar herzlich willkommen und bedankte sich für die Bereitschaft, die Ämter anzunehmen. Er wies darauf hin, dass es auch ein Grund sei dankbar zu sein, das Amt wahrzunehmen. Er legte ihnen an das Herz, das Lied der Sänger zu berücksichtigen, wenn es einmal schwer werde: "Ich will beten, du wirst geben.". Das gelte grundsätzlich. Gott werde an keiner Bitte vorübergehen. Der Herr werde für sie streiten und sie mögen stille sein. Das Gebet solle ihre große Stärke sein.
Nachdem sich die Gemeinde erhoben hatte fragte der Apostel Diakon Daniel, ob er bereit sei, künftig der Gemeinde als Priester zu dienen, in der Treue zu Gott und im Einssein mit dem Apostolat und den kirchlichen Regeln entsprechend, den anvertrauten Seelen in Liebe und Treue zu dienen.
Auch die künftigen Diakoninnen und Diakone fragte Apostel Denker, ob sie den Anvertrauten Seelen in Treue und Liebe dienen und sie auf die Wiederkunft Jesu Christi vorbereiten lassen wollten.
Nach dem "Ja" auf diese Fragen empfingen die fünf kniend durch Gebet und Handauflegung die neuen Ämter.
Gebet und Segen
Apostel Carsten Denker beendete den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Der Chor beendete den Gottesdienst mit einem Lied.
Danke
Ein Vorsteher geht nicht in den Ruhestand, ohne dass auch ein Dank aus dem Ämterkreis und der Gemeinde ausgesprochen wird. So konnte Martin Gehrke sich über kleine Präsente und einen Blumenstrauß freuen.
Im Anschluß konnten die Anwesenden sich persönlich bedanken und ihren guten Wünschen Ausdruck verleihen. Viele fanden sich später zum Kirchkaffee in der Begegnungsstätte zu einem gemütlichen Zusammensein bei gutem Gedankenaustausch zusammen.
Bezirksältester Martin Gehrke
Martin Gehrke empfing sein erstes Amt in der Neuapostolischen Kirche als Unterdiakon am 07.03.1984. Er diente ab 1989 als Priester, wurde 1996 zum Evangelisten und 2003 zum Hirten ordiniert. Von 2004 bis 2011 übernahm er im Amt eines Bezirksevangelisten die stellvertretende Bezirksleitung des damaligen Kirchenbezirks Bielefeld. Nachdem der Bezirksälteste Peter Johanning 2011 zum Bischof ordiniert worden war, übertrug Bezirksapostel Armin Brinkmann dem Bezirksevangelisten Gehrke die Leitung des Bezirks Bielefeld und ordinierte ihn in das Amt des Bezirksältesten.
In dieser Funktion wirkte er bis zu der Zusammenlegung der Kirchenbezirke Bielefeld, Herford und Detmold zu dem neuen Bezirk Ostwestfalen-Lippe (OWL) am Himmelfahrtstag 26.05.2022. Von da an war er als stellvertretender Leiter des neuen Bezirks OWL tätig.
Während seiner ehrenamtlichen Kirchentätigkeit leitete er verschiedene Gemeinden des Bezirks als Vorsteher:
- 27.01.1991 - 10.07.2005 Gemeinde Bielefeld-Heepen
- 22.02.2009 - 23.02.2011 Gemeinde Bielefeld-Kammeratsheide
- 26.05.2018 - 08.02.2023 Schildesche
- 01.09.2021 - 05.10.2024 Quelle-Steinhagen
Außerdem war er Beauftragter für die Kinderseelsorge, sowie für die Gemeinde- und Bezirksabrechnungen.
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