Vlotho. Immer am ersten Freitag im März wird der Weltgebetstag der Frauen gefeiert. Angelehnt an ein Wort aus dem Matthäusevangelium (Matth.11,28) lautete das Motto des diesjährigen Weltgebetstags: „Kommt! Bringt eure Last.“ Dieses zog sich wie ein Leitfaden durch den ökumenischen Gottesdienst, den Frauen aus Nigeria ausgearbeitet hatten.
Die Veranstaltung fand im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde St. Stephan statt und wurde von Frauen aus den Evangelischen Gemeinden in Vlotho sowie der Neuapostolischen Gemeinde gestaltet. In diesem Jahr war auch ein Chor der Neuapostolischen Gemeinde mit dabei und trug passend zum Thema einige Lieder vor.
Tägliche Entscheidung für die Liebe
Obwohl Nigeria ein aufstrebendes Wirtschaftsland ist und mit Öl, Gas und sogar Gold reiche Bodenschätze hat, leiden viele Menschen nicht nur unter großer Armut, sondern auch unter der weit verbreiteten Gewalt – zu Hause und auf der Straße. Kriminalität, Bandenüberfälle, Vergewaltigung und Korruption gehören zum Alltag. Die Grausamkeit der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram ist weltweit bekannt.
Drei Frauen hatten ihre Geschichten aufgeschrieben, die jeweils von Frauen aus den Vlothoer Gemeinden vorgelesen wurden. Gesellschaftliche Unterdrückung, religiöse Verfolgung und die Last von Armut und Verzweiflung kamen hier zum Ausdruck.
Alle drei aber bezeugten die Kraft ihres Glaubens, ihr Vertrauen in Gott und die Ruhe, die sie darin finden, ihre Last abgeben zu können. - „So finden wir Ruhe - nicht indem wir Hass oder Intoleranz hegen, sondern indem wir uns von der Liebe Christi durchdringen lassen, selbst im Angesicht von Verfolgung. Es ist täglich eine neue Entscheidung für die Liebe“, bekräftigte eine der nigerianischen Frauen zum Ende ihrer Geschichte.
Gebete, Fürbitten und gemeinsamer Gesang gaben dem Gottesdienst zum Weltgebetstag einen hoffnungsfrohen Rahmen. Anke Diestelhorst begleitete die große Gemeinde am Klavier, erläuterte zuvor Texte und Rhythmus, so dass alle kräftig mit einstimmen konnten in die Lieder, die Geborgenheit, Vertrauen in Jesus Christus, Ruhe und Frieden zum Inhalt hatten.
„Rest for the Weary“
Pfarrerin Renate Wefers erläuterte das Titelbild zum Weltgebetstag. Der Titel dieses Bildes lautet „Rest for the Weary“ (Erholung für die Müden) und stammt von einer jungen nigerianischen Künstlerin, Gift Amarachi Ottah.
Im Hintergrund seien Frauen aus ländlichen Gegenden auf dem Weg zu ihren Farmen zu sehen – ein gefährlicher Weg, da sie Übergriffe und Hindernisse aller Art befürchten müssten. Im Vordergrund seien drei Frauen in typischer, traditioneller Kleidung abgebildet, die die vielfältigen Kulturen Nigerias repräsentierten.
Ausklang
„Zum Schluss ein besonderes Dankeschön an den Chor der Neuapostolischen Kirche“, freute sich Pfarrerin Wefers. Dies wurde mit einem kräftigen Applaus bestätigt.
Anschließend lud sie alle Teilnehmenden noch zu einem kleinen Imbiss ein, der auch Kleinigkeiten aus der nigerianischen Küche beinhaltete.
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