Herford. Mitglieder der ACK Herford, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, besuchten am 29. Januar 2018 die Neuapostolische Kirche in Herford, Hermannstraße 8, und stellten Fragen zum Neuapostolischen Glaubensverständnis. Der Vorsitzende der ACK Herford, Pastor Harald Pieneck, und der Gemeindevorsteher der Neuapostolischen Kirchengemeinde Herford, Evangelist Dirk Pfau, gestalteten diesen Informationsabend, an dem etwa 15 Interessierte teilnahmen.
Unter anderem wurden folgende Themen angesprochen:
- Umgang mit den Toten: Wie steht die Neuapostolische Kirche (NAK) zur Urnenbestattung?
In diesem Punkt werden den Trauernden keinerlei Vorschriften seitens der Kirche gemacht. Wir glauben ohnehin fest daran, dass Geist und Seele im Jenseits weiter leben.
- Entschlafenenwesen: Die NAK sieht darin eine Bereicherung im Glauben und macht die Zukunftshoffnung für alle Menschen (Lebende und Tote) deutlich. Dies hat nichts zu tun mit Spiritismus (Totenanrufung).
- Hierarchie in der NAK: Begründet sich aus der Organisationsstruktur weltweit. Entscheidungen werden vermehrt konsultativ und in Gremien getroffen.
- Seelsorge: Wer kann das in der NAK leisten? Es sind nicht nur die priesterlichen Ämter, sondern auch Diakone und großenteils die Frauen, also alle Mitglieder, die sich untereinander Hilfestellung geben. Sicherlich ist bei Problemgesprächen mit Beicht-Charakter eher ein priesterliches Amt gefragt, allein schon wegen der Schweigepflicht.
- Predigtvorbereitung: Wie geht das ohne Theologiestudium?
Die weltweit einheitlichen Leitgedanken geben hier gute Unterstützung. Je nach Bibelwort und individuellem Verständnis dessen kann die Vorbereitungszeit jedoch durchaus zwischen einer und acht Stunden liegen.
- Abendmahl ohne Wein – das muss man erklären!
Hier wurde auf die seit etwa 100 Jahren verwendete "Kombi-Hostie" hingewiesen, die in Kriegsjahren zur Versorgung der Soldaten entstand.
Diese weist beide Elemente des Abendmahls Jesu, Brot und Wein, auf. Die drei integrierten Weintropfen symbolisieren zudem die Wundmahle Jesu.
Der Informationsabend verlief in herzlicher Atmosphäre und bei aller Unterschiedlichkeit in den Glaubensbekenntnissen von Baptisten, Freikirchlichen, evanglischen und katholischen Christen, mit vollem Respekt und in großem gegenseitigen Verständnis.
4. Februar 2018
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