OWL. Die Bezirksbeauftragten des Fachbereichs Musik, das sind Roland Scholz, Benjamin Falk und André Diekmann. Seit der Fusion der Bezirke Bielefeld, Detmold und Herford, im Mai 2022, arbeiten sie als Team zusammen und haben auch schon einiges bewirkt im Kirchenbezirk Ostwestfalen-Lippe. Im Interview berichten die Drei über ihre Arbeit, weitere Planungen, ihre Wünsche und Ziele.
Was für ein Feedback bekommt ihr aus den Gemeinden, von den Sängern oder Dirigenten?
Wir erhalten oftmals Anfragen zur Nutzung von Liedern, die außerhalb der üblichen Chornoten der Kirche zu finden sind. Dabei geht es um die Frage, ob das Stück gesungen werden „darf“ und was alles zu beachten ist.
Hier erleben wir, dass sehr oft die Begriffe „Gema“ und „Urheberrecht“ durcheinandergeworfen werden. Wir können dann aufklären und die Wege aufzeigen, wie das gewünschte Lied rechtlich einwandfrei beschafft und aufgeführt werden kann.
Dafür erhalten wir gutes Feedback und Dankbarkeit. Meistens ist das Feedback also positiv.
Natürlich gibt es auch einmal Unverständnis und Diskussionen, wenn wir beispielsweise auf wilde Kopiensammlungen in Chören hinweisen müssen. Wir erklären dann die rechtlichen Hintergründe und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden. Wir sind natürlich nicht die Notenpolizei, aber müssen bei Verstößen reagieren.
Was würdet ihr euch unterstützend für eure Arbeit wünschen aus den Gemeinden oder dem Ämterkreis?
Wichtig ist natürlich ein guter Informationsfluss in beide Richtungen. Wir beraten die Musikschaffenden bei rechtlichen Fragen und unterstützen auch gerne beim Lösen von Konflikten innerhalb der Gemeinde.
Andersherum sind wir aber auch auf die Musikschaffenden und die Ämter angewiesen, wenn es darum geht, Informationen in die Gemeinde zu tragen. Das funktioniert nur über die Ansprechpartner in den jeweiligen Gemeinden.
Ebenso benötigen wir hin und wieder Informationen aus den Gemeinden. Die bekommen wir nur, wenn der Informationsfluss zwischen uns und den Verantwortlichen auf Gemeindeebene gegeben ist.
Von daher ist es gut, dass die Kommunikation an diesen Schnittstellen funktioniert und alle daran arbeiten, sie zu erhalten und gegebenenfalls zu verbessern.
Was ist aus der Abfrage zur Gründung eines Bezirksorchester im Juni 23 geworden?
Durch die Abfrage haben sich rund 25 Musikerinnen und Musiker gemeldet und sich zu zwei Probentagen im Herbst 2023 getroffen. Die Leitung des Orchesters hat Michael Lehmann aus Quelle-Steinhagen übernommen.
Einen ersten „Auftritt“ hatte das Bezirksorchester beim Jahresauftakt in der Gemeinde Quelle-Steinhagen. Das Orchester hat den Gottesdienst mitgestaltet und den Chor bei einzelnen Stücken begleitet. Weitere Termine sind für 2024 bereits geplant: Am 12. Mai 2024 in Bielefeld-Mitte und am 9. Juni 2024 in Bad Pyrmont. Dort wird das Orchester die Gottesdienste ebenfalls mitgestalten und im Anschluss daran proben.
Eine Herausforderung ist immer die Terminplanung, da nicht nur die weiten Wege im Bezirk OWL sondern auch eine Vielzahl an Rahmenterminen zu berücksichtigen sind. Deswegen ist eine Idee, an den Auftrittsorten im Anschluss zu proben und den Gesamtklang weiterzuentwickeln.
Wie ist das Interesse an Musik bei Kindern und Jugendlichen? Welche Möglichkeiten habt ihr in dem Bereich zu unterstützen und zu fördern?
Bei uns kommen gelegentlich einzelne informelle Anfragen dazu an. Leider konnte bislang noch nichts Langfristiges dazu realisiert werden. Eine erste Initiative von uns, einen Orgelworkshop mit einer kirchenmusikalischen und pädagogischen Fachkraft, konnten wir, mangels Interesses, nicht realisieren. Stattdessen haben wir kurze Orgelworkshops in den Kindergottesdiensten für verschiedene Altersgruppen angeboten.
Weitere musikalische Aktivitäten auf Bezirksebene gestalten sich aufgrund der großen Entfernungen innerhalb des Bezirks OWL schwierig. Vor der Fusion gab es einen Kinderchor im Herforder Bereich, der jedoch nicht fortgesetzt werden konnte. Die Kinder haben bereits ganztägigen Unterricht in der Grundschule und weiterführenden Schule, was die Organisation weiterer musikalischer Angebote erschwert. Dieses sind enorme Hürden für weitere kirchliche Angebote, wie beispielsweise einen Kinderchor oder ein Kinderorchester.
Wichtiger und entscheidender ist, dass auf Gemeindeebene die Kinder mit den Lehrkräften der Vorsonntag- und Sonntagschule aktiv singen und auch kreativ in die musikalischen Gemeindeaktivitäten eingebunden werden. Unsere Lehrkräfte engagieren sich mit großer Begeisterung, wie beim Lehrkräftetag im Januar, wo ein Kurzworkshop für Musik mit Kindern auf sehr großes Interesse stieß.
Und ebenso wichtig ist die Bereitschaft der Eltern die Musikalität ihrer Kinder zu fördern. Wir möchten darauf hinweisen, dass die Gebietskirche Westdeutschland die Möglichkeit zur Förderung von Orgel- und Klavierunterricht bietet, was vielen Eltern möglicherweise noch nicht bekannt ist. Bei Interesse daran sprecht uns einfach an.
Das Team Musik OWL ist zu erreichen per E-Mail: musik@nak-owl.de.
Herzlichen Dank an euch Drei für das Interview.
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