Lemgo. Am Ostersonntag, dem 31. März 2024 freute sich die Neuapostolische Kirchengemeinde in Lemgo über den Besuch ihres Bischofs Peter Johanning aus Halle/Westfalen. Im Gottesdienst verabschiedete er Diakon Ralf Bent (66) in den Ruhestand.
Zum Ostergottesdienst in der Gemeinde Lemgo hatten sich neben den Gemeindemitgliedern auch etliche Weggefährten von Diakon Ralf Bent eingefunden. Bischof Johanning legte der Predigt das Bibelwort aus 1. Korinther 15,20.21 zugrunde: "Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten."
Darauf folgte eine Bibellesung aus Johannes 20,1-10 und 19-23. Dort wird der Ostermorgen beschrieben, sowie die Vollmacht die Jesus seinen Jüngern übertragen hat. Es folgte ein Klavierstück, eine Variation zu "Welch ein Freund ist unser Jesus".
Die Auferstehung ist die Wahrheit
In der Predigt erläuterte Bischof Peter Johanning zunächst, dass jeder Freunde brauche und dass diese Freundschaften verschiedene Facetten hätten. Manchmal müsse man erleben, dass Freunde gehen (sterben). Jesus Christus sei jedoch nach drei Tagen wieder auferstanden. "Und das ist die Wahrheit!"
Dafür, dass Jesus auferstanden sei, gebe es Augenzeugen. Er begegnete seinen Jüngern, zeigte seine Wundmale. Dieses einzigartige Ereignis sei Grundlage des christlichen Glaubens. Bischof Johanning: "Ohne Auferstehung gibt es keine Sündenvergebung, keine Zukunftshoffnung, der Glaube hätte wenig Mehrwert!"
Jesus sei für einen jeden gestorben und auferstanden und werde sicher wieder kommen. Der Glaube gründe sich auf die Auferweckung Jesu Christi von den Toten.
Diakon Ralf Bent
In seinem letzten Predigtbeitrag als aktiver Amtsträger verwies Diakon Ralf Bent darauf, dass die Botschaft von Jesu Auferstehung ein Garant für die Auferstehung der Gläubigen sei. Das Osterfest mit seiner Botschaft der Freude und Hoffnung biete aber auch für den Lebensalltag Kraft und Motivation, aus Tälern wieder aufzustehen, die man manchmal erleben müsse. Die Botschaft von Diakon Bent: "Es geht nach oben!"
Auch für ihn selbst bräche nun eine Zeit mit neuen Herausforderungen und Hoffnungen an, sagte Ralf Bent. Er bedankte sich bei der Gemeinde, dass sie ihm die Möglichkeit gegeben habe, da zu sein und dienen zu können. Sei Dank galt im Besonderen auch seiner Familie, die ihn immer unterstützt und den nötigen Freiraum für die kirchlichen Aufgaben eingeräumt habe. Die Gemeinde rief er auf, die Mitmenschen zu unterstützen, alle mitzunehmen, damit am Ende mit allen Auferstehung gefeiert werden könne, "denn es geht ins Heimatland".
"Wir alle machen Öffentlichkeitsarbeit"
Zu einem weiteren Predigtbeitrag rief der Bischof Diakon Frank Schuldt aus Dortmund auf. Dieser ist für die Neuapostolische Kirche Westdeutschland als Sprecher tätig und leitet das Referat Kommunikation und Medien der Kirchenleitung. Da er viele Jahre mit Ralf Bent eng zusammengearbeitet hatte, der den Bereich Öffentlichkeitsarbeit im damaligen Kirchenbezirk Detmold leitete, war es ihm ein Anliegen, dem Gottesdienst beizuwohnen.
Diakon Schuldt stellte noch einmal das Osterfest als christliches Hochfest in den Mittelpunkt. Jesus habe in einfachen Verhältnissen gelebt und am Ende einen schrecklichen Tod erfahren. Seine Anhänger hätten sich in diesem Moment versteckt. Ohne die Auferweckung würde heute vermutlich niemand mehr über Jesus sprechen, für ihn Häuser bauen oder über ihn Bücher schreiben.
Der Diakon rief dazu auf, den Auftrag, den Jesus seinen Anhängern gegeben hatte, weiterzuverfolgen. Es gehe darum, den nächsten unterzuhaken und mitzunehmen, von Jesus zu zeugen und ihn zu bekennen. Die Öffentlichkeitsarbeit der Kirche leiste ihren Beitrag, um das Evangelium zu verbreiten, "aber ohne das Vorbild der Gläubigen geht es nicht". Es gelte, die frohe Botschaft weiterzutragen, dass der Tod nicht das Ende sei. "Lasst uns in diesem Sinne alle Öffentlichkeitsarbeiter sein", so Diakon Schuldt.
"Jesus ist der Versöhner mit Gott"
Bezirksältester Michael Block, Leiter des Neuapostolischen Kirchenbezirks Ostwestfalen-Lippe (OWL), fasste die Gedanken aus dem Gottesdienst noch einmal zusammen. Die Freude auf die Auferstehung eines jeden solle in jedem stehen und sie solle auch zu den Traurigen, den Leidenden und den Trauernden getragen werden.
Das Osterfest habe auch etwas mit Sündenvergebung zu tun, denn Jesus Christus sei der Sündenvergeber und Versöhner mit Gott.
Ruhesetzung
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls trug der Chor das Wunschlied von Diakon Ralf Bent zur Einstimmung auf die Ruhesetzung vor: "Ich wähle die Straße der Hoffnung und bin unterwegs zu dem Ziel".
In der Ansprache dankte Bischof Johanning dem langjährigen Diakon für seine vielen guten Taten und das Einbringen in vielen Bereichen des Lebens in der Gemeinde, unter anderem für die Besuche bei den Kranken und Traurigen als Gesandter des Vorstehers und der Gemeinde. Auch übermittelte er den Dank des Apostels. Diakon Bent habe in seinem Wirken Spuren in Form von Freundschaft und Hilfe hinterlassen. Mit Segenswünschen und einem Gebet verabschiedete er ihn in den Ruhestand.
Seinen Amtsauftrag hatte Diakon Ralf Bent 1987 für die Gemeinde Lemgo empfangen, bis heute seine Heimatgemeinde. Insgesamt wirkte er so 37 Jahre ehrenamtlich als Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche. Zusätzlich war er in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert und beispielsweise auch als Chorleiter und Organist im musikalischen Bereich aktiv.
Dank an den Ruheständler
Bezirksevangelist Ulrich Wiesemann, Vorsteher von Lemgo, dankte Ralf Bent abschließend im Namen der Gemeinde für seine Tätigkeit unter insgesamt fünf Gemeindeleitern. Auch dankte er für den Einsatz im musikalischen Bereich. Der Name Ralf Bent sei auch verbunden mit dem Projekt "Glaubensgarten" in Bad Lippspringe, ein Projekt der Landesgartenschau 2017.
Im Anschluss an den Gottesdienst hatte der Ruheständler die Gemeinde noch zu einem Osterbrunch eingeladen.
7. April 2024
Text:
Uwe Goldstein
Fotos:
Frank Schuldt
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