OWL/Herford. Bischof Peter Johanning feierte mit der Gemeinde Herford und der dazu geladenen Gemeinde Detmold den Gottesdienst am Sonntagvormittag, 30. Juni 2024. In diesem Gottesdienst verabschiedete er unter anderem den Evangelisten Dirk Pfau sowie Priester Andreas Falk in den kirchlichen Ruhestand.
Grundlage des Gottesdienstes war das Tageswort: „Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die da entschlafen sind, durch Jesus mit ihm führen.“ (1. Thess 4, 14)
Evangelist Dirk Pfau und Priester Andreas Falk verabschiedeten sich jeweils mit einem letzten Predigtbeitrag von der Gemeinde.
Verantwortung übernehmen
Vor 75 Jahren sei das Grundgesetz geschrieben und auch die Vorworte formuliert worden, so Evangelist Dirk Pfau. Und eine Formulierung daraus finde er großartig, die würde vielleicht heute gar nicht mehr in diesem Wortlaut aufgenommen werden. Da stehe nämlich der Satz: „Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen…“
„Was heißt das für mich? - Das heißt: Ich weiß, es ist mir bewusst, dass ich Gott Antworten geben werden muss.“ Verantwortung, da stecke das Wort ‚Antwort‘ drin. Es ist mir bewusst, dass ich bestimmte Dinge beantworten werden muss, Gott und den Menschen.
Der Evangelist motivierte dazu, immer wieder den Mut zu haben, die eigene Verantwortung zu sehen. Und nicht, die der anderen zu suchen. „Lasst uns bei uns selbst anfangen und uns bewusst sein, dass wir Verantwortung tragen für das was wir tun und das was wir denken.“
Bei Gott ist nichts unmöglich
„Gott kann alles, bei ihm ist nichts unmöglich. Wir können damit rechnen, dass er auch unseren Glauben überraschen kann“, ist sich der Evangelist sicher. Und deswegen sei auch Verwandlung möglich. Deswegen sei auch eine neue Erde und ein neuer Himmel möglich.
„Lass deinen Glauben zu einem hörenden Glauben werden. Wie es im Schma Israel heißt: Höre Israel und das heißt - Höre, werde stille. Werde doch erst mal ganz ruhig und höre zu und horch hin, was du spürst und ob du den lieben Gott ermöglichen kannst“, so die abschließenden Worte des Evangelisten.
Wissen, das zum Guten verwandelt
Es sei gut, dass Gott uns die Fähigkeit gegeben habe zu denken, nachzudenken, zu sinnieren, miteinander zu reden und auch mal die Selbstreflexion zu üben. Und es sei auch gut, dass wir dann, so wie es mehrfach in der Bibel steht, zur Erkenntnis kommen, so Priester Andreas Falk.
„Wissen ist gar nicht schlecht, es ist nur dann schlecht, wenn wir es einfach nur anhäufen, das habe ich oft von dieser Stelle gesagt“, führte Priester Falk weiter aus. „Nur wenn Wissen uns verwandelt und die Gesellschaft zum Guten und die Gemeinde zum Guten verwandelt, dann hat Wissen etwas Gutes.“
Die Fähigkeit Gott zu vertrauen
Gott habe uns auch die Fähigkeit gegeben, ihm zu vertrauen, so Priester Falk und für ihn stehe fest: „Ich glaube an diesen Gott, der mein Vater ist. An den Gott, der Liebe ist, der Weisheit ist, er ist perfekt, heilig, allmächtig und er ist ein gerechter Gott.“ So stehe es schon in den Psalmen.
Lobe den Herrn meine Seele
Sichtlich bewegt, bedankte sich Priester Andreas Falk bei seinen vielen Wegbegleitern. Ein großer Dank ging an seine Ehefrau, seine Kinder und Enkelkinder. Und nicht zu vergessen sein Dank an den großen Gott: „Lobe den Herrn meine Seele. Ich vergesse nicht, was du mir Gutes getan hast.“
Ein Dream-Team geht in den Ruhestand
In seiner Ansprache zur Ruhesetzung konnte Bischof Johanning den beiden Amtsträgern bestätigen: „Ihr seid ein Dream-Team. Ihr habt derart gut und freundschaftlich und effizient zusammengearbeitet, dass es für uns, die wir es beobachten durften in der Gemeinde oder im Bezirk eine wahre Freude war.“ Der Bischof überbrachte Grüße aus dem ganzen Bezirk, von Aposteln und Bezirksämtern.
Angelehnt an das Paulus-Wort (1. Thess 1,2) sicherte der Bischof den beiden Amtsträgern zu: „Wir danken euch und wir gedenken an euch allezeit. Ihr habt fast 80 Jahre, wenn man es zusammenrechnet, an uns gedacht, mit uns und manchmal auch für uns gearbeitet. Jetzt sind wir an der Reihe.“
Teilen mit Freude
Es gebe zwei wesentliche Merkmale eines Amtsträgers. Der Bischof führte aus, das sei zum einen das Teilen der Zeit. „Ihr habt eure Zeit mit uns geteilt. Danke dafür.“
Das andere Merkmal sei die freudige Art. „Ihr ward keine ‚Draufhauer‘, diejenigen, die das Schwert Gottes in ihrer Hand führen. Ihr ward empathisch, mitdenkend, mitfühlend. Manchmal habt ihr auch mitgelitten, immer mit einfühlsamem Herzen. Danke dafür.“
Mit einem weiteren Riesen-Dankeschön, auch an den großen Gott, versetzte der Bischof die beiden Amtsträger im Auftrag des Apostels in den Ruhestand und beauftragte Priester Andreas Falk auch künftig in der Seelsorge für die Kranken in der Gemeinde tätig zu sein und für das Durchführen von Trauerfeiern.
Zum Abschluss trug der Frauenchor, dirigiert von Evangelist Dirk Pfau, begleitet von Thorsten Stümpel an der Orgel, aus der Bach-Kantate "Herz und Tat und Mund und Leben (BWV 147) den Eingangschor "Jesus bleibet meine Freude" und den Schlusschor "Wohl mir, dass ich Jesum habe" vor.
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