Bad Oeynhausen. Auf ein Wort - Cornelia Lack, ACK-Delegierte der Neuapostolischen Kirchengemeinde Bad Oeynhausen, verfasste unter der Überschrift "Was du nicht willst, das man dir tu'" einen Artikel für die Neue Westfälische, der am 6./7. April 2024 veröffentlicht wurde. Die Neuapostolische Gemeinde Bad Oeynhausen ist Mitglied des Arbeitskreises Christlicher Kirchen Bad Oeynhausen-Innenstadt.
Mir fällt auf, dass die Menschen in der heutigen Zeit getriebener geworden sind. Liegt das an der beruflichen Überforderung, sind es persönliche Zukunftsängste oder die Medien, die uns Tag für Tag die sogenannten „Aufreger“ präsentieren? Hier und da scheint Respekt vor anderen Menschen verloren gegangen zu sein. Manche Leute geben mit dem Brustton der Überzeugung haarsträubende Meinungen weiter. Wenn man ein bisschen nachfragt, haben sie sich allerdings nicht wirklich informiert, sondern zitieren Überschriften oder eine vermeintliche Wahrheit.
Gregor Gysi sagte einmal: „Ohne die Bergpredigt hätten wir überhaupt keine allgemeinverbindliche Moral,“ (aus NW, 27. Juni 2019). In der Bergpredigt Jesu steht die sogenannte „goldene Regel“, die es auch in den Weltreligionen Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismus gibt. Mein Vater ermahnte mich als Kind und zitierte diese Regel frei: „ Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu!“ Ich konnte die einseitige Sicht der Kinderperspektive verlassen und lernte, mit den Augen anderer Menschen zu sehen. Der Anfang von Selbstreflexion und einer respektvollen Haltung.
Wir Christen finden die goldene Regel im Matthäus-Evangelium 7, Vers 12: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ Jesu Ansinnen geht viel weiter, als die einfache Anweisung meines Vaters. Ich komme ins Handeln und muss nachdenken, was genau ich selbst möchte und was ich genauso anderen Menschen zugestehe. Dann nehme ich nicht hin, dass üble Nachrede sich vervielfacht, sondern ich versuche zu intervenieren und eine andere Sichtweise zu finden. Dann halte ich dagegen, wenn Hass und Hetze gesellschaftsfähig wird.
Respekt bedeutet ein ehrliches Verhalten. Respekt muss man sich verdienen und erarbeiten. Er ist der Kitt der Gesellschaft, so die Respect Research Group der Universität Hamburg. Mit einer respektvollen, freundlichen Haltung meiner Umgebung gegenüber diene ich zuallererst mir selbst und nebenbei anderen Menschen. Meine ablehnende Grundhaltung verändert sich und verschafft mir selbst mehr Lebensfreude
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