Bielefeld-Sennestadt. Am Mittwochabend, 14.05.2025, besuchte Apostel Carsten Denker die neuapostolische Gemeinde Bielefeld-Sennestadt im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus Oerlinghausen. Er führte dort einen Gottesdienst durch und spendete das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Begleitet wurde der Apostel von Bischof Thomas Wiktor.
„Lasst euch versöhnen mit Gott“
Mit dieser Bitte Gottes (2. Korinther 5,20) wendete sich Apostel Carsten Denker zu Beginn des Gottesdienstes an die Gemeinde. Wenn wir uns von Gott nicht verstanden fühlen, ein Zeichen seiner Liebe und einen Beweis seiner Treue erbitten, vielleicht auch die Erfüllung eines Wunsches und es geschieht nichts, sei es wichtig, immer wieder nach der Versöhnung mit Gott zu suchen. „Gott hat uns nicht vergessen!“ bekräftigt der Apostel. Gott reiche uns die Hand. „Hören wir auf Ihn und lassen wir uns berühren. Er weiß wie es dir geht.“ Es sei wichtig nicht aufzugeben, auch nicht in unseren Bitten um Änderung der persönlichen Verhältnisse.
Wie sieht der Wille Gottes aus?
Als Basis für diesen Abendgottesdienst diente das Bibelwort aus Matthäus 6,10b:
„Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“
In schwierigen Lebenssituationen entstehe manchmal Zweifel und damit verbunden die Frage: Ist das Dein Wille? Mit dem Gebet Vater Unser beten wir Dein Wille geschehe. Damit werde die Bereitschaft erklärt, sich unter den Willen Gottes zu stellen.
Drei Kernpunkte zum Willen Gottes:
- Der Wille Gottes sei nicht willkürlich, sondern voller liebe. Es gehe bei dem Willen Gottes nicht um ihn selbst, sondern ausschließlich um das Heil seiner Kinder. „Gott will, dass allen Menschen geholfen wird. Er schließt niemanden aus.“
- Gottes Wille sei es, Jesus Christus, als seinen Sohn zu lieben und anzunehmen, indem wir das tun, was er uns hier auf dieser Erde vermittelt habe. Wenn wir an Jesus glauben, ihm vertrauen und ihm nachfolgen, wäre er für uns ein Anker und gebe Orientierung.
- Gott wolle, dass wir ihn genauso lieben, wie er uns liebt und dass wir unseren Nächsten lieben, wie wir uns selbst lieben.
Der Mensch sei so in der Lage, erneut in der schönen Gemeinschaft mit Gott zu leben, so, wie es bereits zu Beginn der Schöpfung gewesen sei.
Vertrauen und Glaube – Gottes Wille ist heilig
Dabei sei es wichtig, den eigenen freien Willen, den Gott uns geschenkt habe, nicht über den Willen Gottes zu stellen. „Es gehört also die Erkenntnis dazu, dass Gottes Wille gut ist und dass wir diesem Willen Vertrauen können, weil er ausschließlich seiner Schöpfung, also Dir und mir, dient.“ Aus diesem Grund sei der Wille Gottes etwas ganz Besonderes und somit ein heiliger Wille.
Der Apostel rät, sich in dem Willen Gottes lehren zu lassen, beispielsweise im Gottesdienst. So könne sich immer mehr Erkenntnis und infolge Vertrauen entwickeln. Unser persönlicher Wille könne sich immer mehr mit dem Willen Gottes vereinen. Überdies sei es wichtig sich den Glauben immer wieder in der Gemeinschaft und im Gebet stärken zu lassen, denn dieser Glaube werde durch mancherlei Einflüsse vom Bösen, vielleicht untereinander, beeinflusst.
„Lass dich versöhnen mit Gott! - auch wenn dieses Vertrauen schon fast aufgebraucht ist und der Glaube an den wunderbaren Willen Gottes kaum noch vorhanden ist. Gib ihm, gib dir immer wieder eine neue Chance dazu.“
Hast du schon mal Gott gefragt?
Bischof Thomas Wiktor ging auf den Impuls des Apostels, Lass dich versöhnen mit Gott, ein und stellte sich in seinem Predigtbeitrag der Frage, wie es denn zu so einer Diskrepanz zwischen Gott und den Menschen kommen könne. Differenzen entstünden immer dann, wenn Gott nicht so handelt, wie wir es uns vorgestellt haben. Dann verständen wir ihn nicht mehr. Wir würden ja, aus unserer Sicht, um ganz vernünftige und sinnvolle Dinge beten. Wir beten um Gesundheit, Frieden in unserer Familie, um Glaubensstärkung, usw. Handelt Gott dann nicht nach unseren Vorstellungen, könne eine Diskrepanz entstehen. Vielleicht sind wir sogar böse auf Gott. Dabei stelle sich doch die Frage: Hast Du schon mal Gott gefragt, wie er das sieht? „Dann frag ihn doch was er möchte.“ betont der Bischof. Dann würden wir auch Antworten, z. B. im Gottesdienst und manchmal auch durch unsere Mitmenschen, bekommen. Plötzlich würden Impulse aufkommen und wir wüssten, dass es sich um eine Antwort vom Heiligen Geist handelt. „Frag doch zuerst nach dem Wort, nach dem Willen des Herrn, dann wird Vieles leichter.“
Heilige Versiegelung
Im Gottesdienst wurde Jan-Luca und Lena Marie die Gabe des Heiligen Geistes gespendet.
In seiner Ansprache an die Eltern wies der Apostel darauf hin, wie wichtig es sei, die Kinder auf den Willen Gottes vorzubereiten und darauf zu hören, zu schauen und zu Vertrauen. Es sei wichtig das vorzuleben, indem sie, gemeinsam mit den Kindern, mit Gott im Gebet sprechen und den Kontakt suchen. „Dazu möge Euch der Himmlische Vater und auch Eure Kinder ganz besonders segnen.“
In der Neuapostolischen Kirche ist die Heilige Versiegelung ein Sakrament. Durch Handauflegung und Gebet eines Apostels empfängt der Gläubige die Gabe des Heiligen Geistes. Bei Kindern bekunden die Erziehungsberechtigten stellvertretend den erforderlichen Glauben.
Weitere Informationen sind im Katechismus der Neuapostolischen Kirche, unter 3.5.2 und 8.3 abrufbar.
Ein persönlicher Gruß
Nachdem sich die Geistlichen von den Gemeindemitgliedern verabschiedet hatten, trugen sie sich noch in das Gästebuch der Gemeinde ein. Sie hinterließen so ihren persönlichen Gruß. Dieses Gästebuch wird künftig im Foyer der Kirche in Bielefeld-Sennestadt ausliegen.
Umbauarbeiten
Das Kirchengebäude der neuapostolischen Gemeinde Bielefeld-Sennestadt wird aktuell umgebaut und saniert. Aus diesem Grund feiern die Gemeindemitglieder ihre Gottesdienste seit dem 30.06.2024 im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, dem Gemeindehaus der Evangelisch-reformierten Kirche Oerlinghausen.
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