Goldene Hochzeit in der Gemeinde - Am Sonntag, 20. Juli fand wie gewohnt der Sonntagsgottesdient statt. Und dennoch war es nicht wie in jedem Gottesdienst. Auf den Tag genau vor fünfzig Jahren empfingen die Eheleute Brigitte und Ulrich Walkenhorst den Segen zu Ihrer Hochzeit.
Erneut standen Sie an diesem Sonntag vor dem Altar, um diesmal den Segen zu ihrem goldenen Ehejubiläum zu erhalten.
Der Gottesdienst, der durch den Gemeindeleiter, Evangelist Jörg Adomeit durchgeführt wurde, hatte als Grundlage das Bibelwort aus Apostelgeschichte 9, 31.: „So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes. (Lutherbibel, 2017)
Die Botschaften aus der Predigt
Wir sind dankbar dafür, dass wir in einer Region leben dürfen, in der Frieden herrscht und bekennende Christen nicht verfolgt werden.
Jeder kann dazu beitragen, dass Frieden in der Gemeinde herrscht.
Christsein als Einzelgänger macht keinen Sinn: Christen suchen die Gemeinschaft mit anderen.
Es gilt die Liebe walten zu lassen. Das sagt uns schon das „elfte Gebot“, den Nächsten zu lieben, wie man sich selbst liebt.
Die Furcht des Herrn bedeutet nicht, Angst vor Gott zu haben, sondern Ehrfurcht vor der Allmacht Gottes und vor seiner Größe. Daraus kann auch eine besondere Beziehung erwachsen, in dem Bewusstsein: „Ich habe meinen großen Gott an meiner Seite.“
Der Beistand des Heiligen Geistes befähigt uns zur Mitarbeit. Es geht darum, diese Botschaft mit Freude weiterzutragen.
Ansprache und Segen zur Goldenen Hochzeit
Zu Beginn seiner Ansprache an das Goldhochzeitspaar wies der Evangelist darauf hin, dass es eine lange, gemeinsame Geschichte und eine besondere Verbindung gibt, auch zu den Eltern unserer Geschwister, aufgrund der Gemeindezugehörigkeit. Schon die Eltern der Beiden waren befreundet. Als Jugendlicher habe ihn der Goldbräutigam an die Hand genommen. Eigentlich fühle er sich zu „klein“, Ihnen den Segen zu spenden, doch sie seien sich bewusst, dass es nicht „Jörg“ ist, der an diesem Tag den Segen spendet, sondern, dass es der große Gott ist.
Das erbetene Bibelwort habe er erhalten, bevor er das Wort für den Gottesdienst gelesen habe. Es lautet wie folgt: „Nachdem wir nun aufgrund des Glaubens bei Gott angenommen sind, haben wir Frieden mit Gott. Das verdanken wir Jesus Christus unserem Herrn“ (Römer 5, Vers 1. GNB, 2018)
In seiner Ansprache an das Paar lenkte der Gemeindeleiter zunächst einen Blick auf den Beginn und die Entwicklung der Ehe. Manche Entscheidungen mussten gemeinsam getroffen werden. Die Seelsorgearbeit musste in Einklang mit den Aufgaben für die Familie gebracht werden. Fünfzig Jahre im Dienst für die Gemeinde sind eine lange Zeit: Er, als Priester und Jugendleiter, und seine Frau als Sängerin in unterschiedlichen Chören und als Mitwirkende im Reinigungsdienst der Kirche. Ein Beweis dafür, dass sie alles im Glauben angenommen haben und dieses auch weitergegeben haben an die Kinder. Sie seien auch nicht weggelaufen, weder vor Gott, noch vom Gottesdienst und auch nicht vor der Mitarbeit in der Kirche und auch nicht voneinander. Sie durften erleben, dass Gott sie angenommen hat und so schenkte er ihnen immer wieder Frieden, auch den Frieden innerhalb der Familie.
„Diesen Frieden mit Gott, den wünsche ich Euch von ganzen Herzen, dass er bleibt, bei Dingen, wo wir nicht wissen, was kommt: Dass Ihr immer wieder wisst. Mein Vater ist da!“
Im Anschluss der persönlichen Ansprache spendete Evangelist Jörg Adomeit den Segen zur Goldenen Hochzeit, der mit ihnen gehen wird.
Der Gottesdienst endete mit Gebet und Schlusssegen, wobei der Chor mit dem Lied „Ich will dem Herren singen“ den Schlusspunkt setzte. Danach hatten alle Gottesdienstteilnehmer die Möglichkeit, dem Goldhochzeitspaar zu gratulieren.
Eiserne Hochzeit der Geschwister Schuldt
Vier Tage später machten sich mehrere Seelsorger der Gemeinde, zusammen mit dem Bezirksältesten Michael Block auf den Weg nach Brackwede. Ziel war das Anwesen der Eheleute Ingrid und Jürgen Schuldt, die beide fast 90 Jahre alt sind und daher die Gottesdienste nicht mehr in der Gemeinde miterleben können. Dennoch verfolgen Sie jeden Sonntag die Gottesdienste per Livestream.
In der Wohnung warteten bereits das Jubiläumspaar und einige Familienmitglieder auf den besonderen Augenblick.
In seinen ersten Worten machte Michael Block deutlich, dass an diesem Tag vor fünfundsechzig Jahren die Beiden den Segen zu ihrer grünen Hochzeit bekamen.
Da die Eheleute nicht mehr den Gottesdienst in der Gemeinde erleben können, war es dem Ältesten wichtig, die nachfolgenden Augenblicke wie einen Gottesdienst zu gestalten.
Er stellte dieses Beisammensein unter das Wort aus Philipper 4, 4-7 „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.“ (Lutherbibel, 2017)
„Diese Freude sah man euch Beiden schon an, als ihr uns begrüßt habt“, so äußerte der Älteste seine ersten Gedanken. Diese Freude solle die Beiden auch weiterhin begleiten. Nicht nur an diesem Abend, wenn sie dann zu Bett gehen würden und sie noch einmal gedanklich auf den Verlauf dieses Tages zurückblicken würden, sondern ebenso in den zukünftigen Tagen, die sie gemeinsam noch erleben dürfen.
Sie dürfen ebenso mit Freuden auf die gemeinsam durchlebten Jahrzehnte zurückschauen, weil sie immer wieder erleben konnten, dass der Herr ihnen nahe war. Dies durften sie in besonderer Weise erleben, als sie in den 1980-iger Jahren ihre bisherige Heimat verlassen mussten und sie einen Neuanfang in Bielefeld vollziehen mussten. Ihr aktives Glaubensleben zeigt sich auch in der „Naherwartung der Wiederkunft“ Jesu Christi.
Der Hinweis, dass die Beiden sich um nichts sorgen müssen, möge sich erfüllen, auch im Hinblick auf anstehende Krankenhausaufenthalte und sonstige Veränderungen in ihrem zukünftigen Leben.
Als letztes hob der Älteste den Frieden hervor und machte noch einmal deutlich, wie wichtig dieser Friede sei und welches Geschenk wir jedes Mal in der Freisprache erhalten, der mit der Aussage endet, „und der Friede des Auferstandenen sei mit Euch allen“.
Bevor es zur Segensspendung kam, erlebte die anwesende, kleine Gemeinde Sündenvergebung und sie feierten Heiliges Abendmahl. Auch der Augenblick der Abendmahlsgemeinschaft war für die Eheleute ein besonderer Augenblick, da sie dies sonst nur zu dritt, mit einem Priester, erleben.
Nach dem Schlussgebet und Schlusssegen verabschiedeten sich die Seelsorger von glücklichen, gesegneten Eheleuten und den Gästen.
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