Detmold. „ […] Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten ihm.“ (Johannesevangelium 2, 9-11)
Das Johannesevangelium nimmt unter den Evangelien eine besondere Stellung ein. Es gibt keine chronologische Lebensbeschreibung Jesu wie in den anderen Evangelien, sondern es werden Botschaften formuliert, die nur nachösterlich, also aus der Perspektive des Auferstandenen, begriffen werden können. Das im Johannesevangelium erneut aufgegriffene erste Wunder Jesu, die Verwandlung von Wasser zu Wein auf der Hochzeit zu Kana, war Grundlage des Apostelgottesdienstes am 25. Januar 2026 in Detmold. Apostel Carsten Denker stellte zu Beginn seiner Predigt heraus, dass eben nicht die Situation der ausgegangenen Getränke und Speisen wesentlich sei: es geht um das Zeichen, das Jesus tat und dass das Wunder der Verwandlung für einen neuen Anfang steht.
Anfänge mit Gott sind wunderbar
Menschen machen im Leben viele Anfänge. Ist meine Berufswahl die Richtige? Mit welchem Menschen ist der Anfang für einen gemeinsamen Lebensweg möglich? Was war mein bewusster Anfang mit Gott? Apostel Denker stellte der Gemeinde diese offenen Fragen, verdeutlichte aber, dass jeder Anfang weitergeführt werden müsse. Anfänge weiter zu führen, Wege zu gehen, bedeutet höchste Anstrengung. Mit Gott den Weg des Anfangs zu gehen, heißt, dass das Ziel der Herrlichkeit in uns einen Platz hat.
Wege mit Gott sind wunderbar
Wunderbare Wege zu gehen, bedeutet auch, Gott nicht zu verstehen, verwundert zu sein und vielleicht auch, sich mit jedem Gebet weiter von Gott weg denn zu ihm hin zu bewegen. Apostel Denker erinnerte an das Gebet von Judit, die schrie: „Denn nicht in der Übermacht liegt deine Kraft, und deine Herrschaft nicht auf den Starken, sondern du bist ein Gott der Erniedrigten, ein Helfer der Geringen, ein Beistand der Schwachen, ein Beschützer der Verachteten und ein Retter der Hoffnungslosen.“ (Judit 9, 11). Auch für den, der alles Gute gerade nicht fühlen kann, gilt: „Das ist dein Gott und das bleibt dein Gott!“ tröstete der Apostel. Wie bei Jesu Wunder der Verwandlung des Wassers zu Wein wird sich die Herrlichkeit Gottes an den Erniedrigten, Geringen, Schwachen und Verachteten zeigen. Denn er ist ein Retter der Hoffnungslosen, betonte Apostel Denker nachdrücklich.
Wie können wir unseren Weg gut gehen? Besonderes Augenmerk legte Denker in seiner Predigt auf die liebevolle Ermahnung Paulus‘ an die Gemeinde zu Korinth: „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark.“ (1. Kor. 16, 13).
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‚wachen‘ heißt aufpassen; auch auf den anderen.
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‚im Glauben stehen‘ meint, alles daran zu setzen, den Rat Gottes zum Lebensinhalt zu machen.
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‚seid mutig‘ bedeutet, zu bekennen. Ganz wie im Jahresmotto der Kirche formuliert: „Fürchte dich nicht.“
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‚seid stark‘ verweist auf die Freude am Herrn. Stärke bewege sich jenseits eines „ja, aber“ motivierte der Apostel.
Das Ende mit Gott ist wunderbar
Jesus ist nicht bloß Wundertäter, sondern Gottes Sohn. Das bedeutet, dass Jesus in der Einheit mit seinem Vater für uns heute alles ist. Er ist nicht teilweise, nicht bloß halb. Gott sorgt für das gute Ende. Die Herausforderung für uns Christen besteht darin, das „Dazwischen“ auszuhalten. Es birgt den Anspruch an uns, „unwandelbar in Freud und Schmerz“ (NGB 312) zu vertrauen, und den Zuspruch Gottes, dass er alles wunderbar machen wird. In seiner letzten Predigt vor dem kirchlichen Ruhestand stellte Bezirksältester Kurt Meßmann diesen oft nur schwer auszuhaltenden Zustand heraus; betonte jedoch, dass die Gabe des Heiligen Geistes, empfangen im Sakrament der Versiegelung, das Wunder Gottes ist, mit diesen Gefühlslagen umgehen zu können.
Neue Wege – Ordination und Ruhesetzung
In diesem Gottesdienst ordinierte der Apostel Daniela Langner aus der Gemeinde Schlangen zur Diakonin und setzte den Bezirksältesten Kurt Meßmann und den Priester Udo Glomberg in den kirchlichen Ruhestand.
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