OWL/Bielefeld-Schildesche. Am 23. August 2026 feierten Jugendliche aus den Bezirken OWL, Minden und Osnabrück gemeinsam einen Ferien-Jugendgottesdienst in Bielefeld-Schildesche. Dienstleiter war Bezirksältester Michael Block. Grundlage war das Bibelwort aus Jona 4,10–11.
Schon vor dem Gottesdienst lagen Zettel aus, die zum persönlichen Nachdenken einluden: Wen lehne ich ab? Wem verweigere ich eine zweite Chance? Wer verdient Gottes Heil nicht? Bei wem fällt es mir schwer zu glauben, dass Gott ihn oder sie liebt? Und wo bin ich wie Jona: Ich kenne Gottes Willen, aber will ihn trotzdem nicht tun?
Nach dem Eingangslied „Gott ist die Liebe“ und dem Chorlied „God will welcome you“ ging Bezirksältester Block auf den Gedanken der Liebe ein. Tim fasste zunächst Jona 1–3 zusammen, Pauline las anschließend Jona 4.
Gottes Liebe ist grenzenlos
„Wenn die Geschichte um Jona uns irgendetwas beibringt, dann ist es genau das: Gott ist die Liebe.“ Dabei ging es auch um die menschliche Liebe – um Gefühle, Unsicherheit und die Frage, wie wir damit umgehen, wenn Liebe fehlt oder schwierig wird. Wenn wir schon selbst erleben, wie spannend und herausfordernd Liebe sein kann: Wie viel mehr nimmt Gott wahr? Und wie viel mehr ist es ihm ein Anliegen, uns in der Liebe voranzubringen.
Gottes Liebe führt dabei zu einer Handlungsoption, die immer zum Guten, immer zum Besten, immer zum Nächsten drängt. Die nächste Stufe kann sein, einen Menschen anzunehmen, der ganz anders ist als ich. Nicht, weil alles an ihm gut sein muss, sondern weil auch er ein von Gott geliebtes Wesen ist.
Gerade hier wurden die persönlichen Fragen auf den Zetteln wichtig. Gottes grenzenlose Liebe kann uns herausfordern: Vielleicht denken wir bei einem Menschen spontan: „Der hat sie nicht verdient!“ Doch wir dürfen es in Gottes Hand legen und Gottvertrauen entwickeln.
Jona war wütend, weil Gott die angekündigte Strafe für Ninive nicht vollzog. Dabei hatte Jona genau damit gerechnet – aufgrund von Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Gott tat nicht, was Jona angekündigt hatte.
Daraus ergeben sich ernste Fragen an uns: Gott mag uns den Blick weiten. Wer braucht Gottes Liebe besonders? Wo bin ich gefordert? Wir dürfen neu über unsere Grenzen nachdenken. Man kann sich entwickeln. Erkenntnis darf sich weiten und unser Herz darf größer werden. Es geht darum, Gedanken aufzubrechen und Denkmechaniken aufzubrechen.
Auch die im Bibelwort erwähnten Tiere wurden aufgegriffen: Gott möchte, dass seine Geschöpfe gesehen werden und dass es ihnen gut geht.
Gottes Liebe ist Wahrheit
Priester Sven Althof setzte mit seiner Zugabe einen weiteren Impuls. Vielleicht kam beim ersten Gedanken an die Geschichte zunächst ein „Schon keine Lust mehr – Kindergottesdienst, Wal, langweilig“. Aber gerade dieses Bild zeigt: Da ist etwas viel, viel Größeres – ein Ausdruck der Allmacht Gottes. Und damit hört es nicht auf. Die offene Frage am Ende fordert uns auf, selbst weiterzudenken.
Gottes Wesen ist Liebe – ein göttliches Grundgesetz. Doch Gottes Liebe ist keine Kuscheltour. Sie ist auch Wahrheit. Gott schaut uns in seiner Liebe an, schaut in unser Herz – und plötzlich erkennen wir uns selbst. Halten wir das aus?
Gottes Liebe motiviert
In der Vorbereitung auf das Abendmahl wurde schließlich der Blick nach vorn gerichtet: Wir können uns immer noch weiterentwickeln. Gott vertraut uns, dass wir es schaffen, unseren Weg in sein Reich zu gehen.
Lasst uns Weiterentwickler sein – im Glauben, in der Liebe und im Blick auf unsere Mitmenschen.
Die Zettel wurden eingesammelt – die persönlichen Gedanken durften bei jedem Einzelnen bleiben.
Ausklang in guter Gemeinschaft
Im Anschluss klang der Jugendgottesdienst bei Eis und guter Gemeinschaft in der angrenzenden Eisdiele aus.
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