Bad Lippspringe. Am Sonntag, 6. September 2026, feierten Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen im GlaubensGarten Bad Lippspringe einen ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Schöpfung. Unter dem Leitwort „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18) ging es um die Schönheit der Schöpfung, ihre Gefährdung und die Verantwortung des Menschen. Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Chor der Neuapostolischen Kirche.
Die Weite der Schöpfung wahrnehmen
Pfarrerin Antje Lütkemeier von der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Lippspringe eröffnete den Gottesdienst mit dem Gedanken, dass das Leitwort aus dem Buch Hiob nicht nur nach der Größe der Erde fragt. Sie lenkte den Blick auch auf den eigenen Platz in der Schöpfung. Der Mensch sei Teil dieser Welt und zugleich aufgerufen, Verantwortung für sie zu übernehmen.
Die Weite der Schöpfung zeige sich nach den Worten der Pfarrerin sowohl im Großen als auch im Kleinen. Zugleich wurde deutlich, wie verletzlich die Erde ist. Artensterben, schwindende Lebensräume und die Veränderungen des Klimas machten deutlich, dass der Mensch nicht außerhalb der Schöpfung steht, sondern selbst Teil von ihr ist.
Ein Dankgebet, das Julia Päuser von der Neuapostolischen Kirche vortrug, nahm diese Spannung ebenfalls auf. Die Schöpfung wurde als wunderbar, zugleich aber auch als verletzt und bedroht beschrieben. Die Verbundenheit aller Geschöpfe führe dabei zu der Frage nach Verantwortung und einem achtsamen Umgang mit der Welt.
Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament
Michael Block, Bezirksältester und Leiter des Kirchenbezirks OWL der Neuapostolischen Kirche, las aus Hiob 38,1–18.
Pfarrer Georg Kersting von der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien Bad Lippspringe trug einen Abschnitt aus dem Kolosserbrief vor (Kol 1,15-17.19-20a).
"Achten wir die Grenzen"
In seiner Ansprache verwies Kersting auf die beeindruckende Größe und Vielfalt der Schöpfung – vom Blick in den Himmel bis hin zu den kleinen Dingen, die sich direkt im GlaubensGarten entdecken lassen.
In Anlehnung an den vorgetragenen Text aus dem Buch Hiob, lenkte er daraufhin den Blick hin zu Gott, dem Schöpfer all dieser Dinge. - "Das ist dann sicherlich eine Art die Schöpfung zu betrachten, die uns angemessen ist", folgerte Kersting.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Grenzen menschlichen Handelns. Die biblische Aussage „Macht euch die Erde untertan“ dürfe nicht als Freibrief zur Ausbeutung verstanden werden.
„Achten wir die Grenzen, seien wir solidarisch mit den Menschen, die nicht genug haben und sind wir solidarisch und achtsam mit der ganzen Schöpfung“, so Kersting.
Verbunden im Glauben und in der Verantwortung
Ein rotes Band, das durch die Reihen weitergegeben wurde, machte während des Gottesdienstes die Verbundenheit der Teilnehmenden sichtbar. Es stand für die gemeinsame Verantwortung, die Sorge um die Schöpfung und den Wunsch nach Frieden.
Anschließend wurde einander ein Zeichen des Friedens, der Gemeinschaft und der Versöhnung gegeben. Dieses wurde bekräftigt durch das gemeinsam gesprochene Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstaninopel sowie das Gebet des Vaterunser.
Bildung als Beitrag zum Frieden
Die Kollekte kam der Schulmaterialkammer Bad Lippspringe zugute. Im Sommer konnten dort 172 Schülerinnen und Schüler aus 110 Familien mit Schulmaterialien versorgt werden. Lütkemeier hob die Bedeutung von Bildung für Frieden und eine gerechtere Welt hervor.
Frieden für die Schöpfung
Mit dem Segen endete der Gottesdienst. Pfarrerin Lütkemeier gab den Teilnehmenden den Wunsch mit auf den Weg, den Frieden in die gesamte Schöpfung zu tragen: „Geht hin in Frieden – und tragt diesen Frieden in die ganze Schöpfung.“
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