Vlotho. Das Wort zum Sonntag für die Wochenendausgabe des Westfalen-Blattes am 10. Januar 2026 schrieb Evangelist Hans-Werner Meyer (Gemeindeleiter i. R. der Neuapostolischen Kirche Vlotho).
Geistliche Gedanken zum Jahresanfang drehen sich oft um Neuanfang, Hoffnung und Gottes Segen, inspiriert durch die biblische Botschaft von "Siehe, ich mache alles neu!" (Offenbarung 21,5).
Es geht ja darum, dankbar auf das Vergangene zu blicken, Gottes Spuren zu erkennen und Zuversicht für die Zukunft zu schöpfen, indem man das neue Jahr als geschenkte Zeit annimmt und die Chance für Wachstum, Frieden und die Erfüllung von Gottes Willen sieht. Zentrale Themen sind die Hingabe an Gott, das Leben im Glauben, das Weitergeben von Liebe und Hoffnung in einer oft dunklen Welt sowie die Erkenntnis, dass Gott auch in Schwierigkeiten ein starker Begleiter ist.
„Alles neu“, das kann manchmal auch Ängste und Unsicherheiten hervorrufen. Nichts ist mehr wie es war. Es geht auf unbekanntes Terrain und somit auch ins Ungewisse. Wenn wir ehrlich sind, löst „das Neue“ nicht nur Sehnsucht aus. Es kann tatsächlich auch Unruhe machen. Denn neu heißt: anders. Und anders heißt: Verlust von Gewohntem, von Sicherheit, von Kontrolle. Vielleicht muss Vertrautes tatsächlich ganz aufgegeben werden.
Jede Seite eines Tages, jedes Blatt des Neues Jahres ist noch leer und wird ganz neu beschrieben werden.
Aber sieh‘ doch, schau hin. Gott sagt: „Ich mache.“ Nicht ihr. Nicht du. Nicht die Gruppe.
In der Neuapostolischen Kirche gibt es ein Jahresmotto 2026, das angelehnt ist an das der Evangelischen Kirche. Da heißt es im Evangelium nach Markus 5, 36b: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ Denn siehe, ich mache alles – auch für Dich. Angst ist bekanntlich kein guter Berater. Glaube hingegen entwickelt Kraft und Mut und Zuversicht und Freude. Der Glaube muss dabei nicht einmal riesig stark sein. Das Beispiel vom Senfkorn-Glauben, der demnach sogar Berge versetzen kann, kommt uns dabei in den Sinn. Und doch sprach Jesus seine Jünger, die ihn weckten, als sie mit ihrem Boot in Seenot geraten waren, als ‚Kleingläubige‘ an.
In einem Liedertext heißt es: Blicke nur auf Jesus! Ihn zum Mittelpunkt des Lebens machen, um die Lebensfreude zu finden und die frohe Botschaft weiterzugeben, sei unser Bemühen.
Machst Du mit?
Zum Schluss zitiere ich gerne noch einmal Karin Tasche, die das Wort zum ersten Sonntag dieses Jahres schrieb: „Siehe, ich mache alles neu!“ – schau hin, entdecke, nimm Gottes Geschenk an, immer wieder neu.
11. Januar 2026
Text:
Hans-Werner Meyer
Fotos:
msch,
NAK-West
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