Herford. Am 13. April 2024 besuchten rund 30 Mitglieder der Neuapostolischen Gemeinde Herford bei bestem Frühlingswetter das Bibeldorf in Rietberg. Auf ca. 35.000 Quadratmetern wird dort die Bibel praktisch erklärt. Für Kinder und Jugendliche bietet das Bibeldorf durch besondere Angebote biblische Geschichte zum Anfassen.
Silke Rudolf berichtet von ihren Eindrücken:
Herr Bohne, einer der zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, begrüßte uns sehr herzlich zu unserer etwa 120-minütigen Führung. Beim Gang durch die historisch nachempfundene Umgebung, nahm er uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Mose, Abraham und Sarah lebten als Wanderhirten in Zeltdörfern. Unter einem Nomadenzelt aus Ziegenhaar berichtete er vom Leben in der Wüste und über den Alltag der Menschen.
Mit viel Mühe wurde früher das Korn zu Mehl gemahlen und daraus Brot gebacken. Dabei musste das Mehl stets vor dem Verderben oder Verschmutzung durch Sand geschützt werden. Die Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ wurde dadurch besser verständlich.
Im „Beth Gadol“ (hebräisch = großes Haus) konnten wir das Gebiet um die judäische Wüste, Jerusalem und Bethlehem anhand eines topographischen Modells betrachten. Hier wurde schnell klar: „Reisen zur damaligen Zeit“ war ziemlich beschwerlich, schon alleine durch die zu überwindenden Höhenunterschiede.
Danach besuchten wir die Nachbildung eines archäologischen Grabungsfeldes. Man fand heraus, dass damals Siedlungen übereinander gebaut wurden. Ältere, verlassene Siedlungen wurden einfach überbaut.
Im nachgebildeten „Dorf“ erfuhren wir, wie sich die Begebenheit mit Zachäus dem Zöllner zugetragen haben könnte. Auch ein Maulbeerbaum ergänzte die nachgebildete Szene.
Die Häuser von damals bestanden meist nur aus einem Raum, wo Mensch und Tier gemeinsam unter einem Dach lebten.
Anschließend standen wir vor einer Grabkammer mit großem runden Stein. Grabkammern konnten damals aufgrund ihrer Bauweise mit wenig Kraftaufwand verschlossen, aber nur mit viel Aufwand wieder geöffnet werden. Die Auferstehung und das vor kurzem erlebte Osterfest waren bei dieser Szene nahezu spürbar.
Auf dem Gelände verteilt fanden wir viele Skulpturen, die uns an die Begebenheiten der damaligen Zeit erinnerten: Die Steinigung der Ehebrecherin, David und Goliath, Ziegen und Kamele und viele mehr.
Beeindruckend waren auch die schweren Rüstungen, die im Römerhaus ausgestellt waren. Wer wollte, durfte ein Kettenhemd probieren. Außerdem wissen wir nun, woher die Redewendung „miteinander Geschäfte machen“ entstanden ist.
Zum Abschluss durften wir in der Synagoge Platz nehmen. Hier wurde uns das religiöse Judentum näher gebracht. Herr Bohne thematisierte, wie damals und heute mit Menschen umgegangen wird, die anders denken oder aussehen.
Unsere Reise in die Vergangenheit wurde abgerundet durch ein gemütliches Kaffeetrinken mit leckerem Apfelkuchen und gemeinsamen Gesprächen.
Danach traten alle gut gelaunt und um viele Eindrücke reicher den Heimweg an.
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