Herford. „Seine Majestät, der Löwe hatte seine Untertanen zu einem großen Fest geladen. Keines von all den Tieren hätte die beschwerliche Reise und den ungewohnten Kostümzwang auf sich genommen, wenn es sich nicht um ein Ereignis von besonderer Einmaligkeit gehandelt hätte: Den Karneval der Tiere. Und alle waren sie gekommen, kleine und große Tiere, schön bunt und kreativ in Schale geschmissen.“
Stefan Kagl, Kantor und Organist am Münster zu Herford und künstlerischer Leiter des „Herforder Orgelsommers“ sowie Antje Illeson, professionelle Sprecherin und „Vorleserin“ für Kinder und Erwachsene begrüßten am Dienstag, 27. August 2024 etwa 450 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in der Neuapostolischen Kirche in Herford. Anlass war ein Orgelkonzert für Kinder im Rahmen des Herforder Orgelsommers.
Camille Saint-Saëns
„Ich möchte euch etwas über den Komponisten des Karnevals der Tiere erzählen, Camille Saint-Saëns“, wandte sich Stefan Kagl zunächst an die Kinder. Saint-Saëns war Komponist und Organist in Paris. Der „Karneval der Tiere“ ist das wohl bekannteste Werk des Komponisten, es entstand 1886. Das Stück wurde aber erst nach seinem Tod veröffentlicht, da er zu Lebzeiten wohl Bedenken hatte, als Komponist nicht mehr ernst genommen zu werden.
Die Geschichten von Erdferkel und Co
Antje Illeson verstand es meisterhaft, die Geschichte um den Karneval der Tiere vorzutragen. Intonation, Gestik und Mimik ließen die Zuhörer gebannt lauschen und die Tiere lebendig werden. Ob es die nicht mehr ganz so junge Waldameise war, die das Erdferkel vor ihr bat, um besser sehen zu können, doch den Hut abzunehmen, ein sperriges Kunstwerk aus Spargel und Hühnerfedern. Oder die 64 Uhus, die mit ihren Instrumenten zum Spiel ansetzten, begleitet von einem Eichhörnchen am Klavier, als seine Majestät der Löwe mit der ganzen Verwandtschaft die Arena betrat.
Die musikalische Interpretation
Stefan Kagl entlockte der Orgel zum Einzug des Löwen in die Arena ein majestätisches Löwengebrüll in auffahrenden Oktavpassagen. Es folgten, immer passend zum jeweiligen Abschnitt der Geschichte, gackernde Hühner und Hähne. Nach den wilden Mauleseln tanzten die Schildkröten im Zeitlupentempo den Cancan. Die dann folgenden Kängurus wurden von dem geheimnisvoll glitzernden Aquarium abgelöst. Mit schnellen Läufen, vielen Trillern und Tremoli zauberte Stefand Kagl das Flattern im Vogelhaus. Bis zuletzt der Gesang des Schwans ertönte, bevor der Karneval mit einem temperamentvollen und sehr virtuosen Finale zu Ende ging.
Anhaltender Applaus
Mit anhaltendem Beifall bedankte sich das Publikum für den mitreißenden Vortrag sowohl von Stefan Kagl an der Orgel, als auch von Antje Illeson als Sprecherin.
Ein weiteres Dankeschön von der Neuapostolischen Kirchengemeinde Herford, in Form eines kleinen Präsentes, überreichte Rainer Druffel den beiden Akteuren.
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