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Bezirksapostel Pöschel in Herford:
Ein lohnender Blick in das Buch Jona

 

OWL/Herford. Eine Geschichte zum Nachdenken: Es geht um Zorn auf den großen Gott, inneren Kampf und eine manchmal – menschlich gesehen – nicht ganz einfache Zusammenarbeit mit Gott. So erlebt vom Propheten Jona. Das war Thema des Gottesdienstes, den Bezirksapostel Stefan Pöschel, Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, mit den Gläubigen des Bezirks Ostwestfalen-Lippe am Sonntag, 16. Februar 2025 feierte.

Grundlage war das Bibelwort: „Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist’s ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen. So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben.“ (Jona 4,1-3)

Wie es zu dieser Aussage von Jona kam, führte der Bezirksapostel in seiner Predigt aus.

Ein Auftrag und die Erledigung mit Hindernissen

Der Auftrag Gottes an Jona sei gewesen, in die Stadt Ninive zu gehen. Die Bosheit der Menschen, die dort lebten war bis zu Gott hinaufgestiegen, so steht es im Bibeltext. Jona bekam den Auftrag den Menschen mitzuteilen, was Gott gegen sie vorzubringen hatte.

Jona habe gewusst, dass man in Ninive ein von Gott abgewandtes Leben führte, dass diese Stadt zum Inbegriff der Sünde geworden war. Das habe ihn gestört und er habe beschlossen, nicht nach Ninive zu gehen, sondern möglichst weit weg zu reisen. „Er hat wirklich vor Gott fliehen wollen“, so der Bezirksapostel.

Dass das nicht geklappt habe, könne man im weiteren Verlauf der Geschichte lesen.

„Jona begreift dann natürlich“, so Bezirksapostel Pöschel, „dass Gott ihn wieder eingefangen hat und er begreift auch, dass Gott ihn gerettet hat. Also zieht er los, geht nach Ninive und ist ganz kurz, mit wenig Liebe, in seiner Predigt. Er sagt: Wenn ihr euch nicht ändert, ist in 40 Tagen hier Feierabend!“

Und die Einwohner, vom König angefangen bis zum Bettler haben sich wirklich vom Wort des Propheten berühren lassen. Sie glaubten an Gott, fasteten und kleideten sich in Sack und Asche.

„Darüber ist Jona gar nicht glücklich. Im Gegenteil, er ist zornig. Er ist so ärgerlich darüber, dass Gott das Volk, diese Stadt, die immerhin mehr als 120.000 Einwohner hatte, verschont und ihnen Gnade schenkt, dass er sterben wollte. Und es kommt zu der Aussage, die heute Morgen unser Bibelwort ist“, erklärte der Bezirksapostel.

Begeisterung oder Vorbehalt?

„Lasst uns darüber nachdenken, was uns die Jona-Geschichte zu sagen hat im Jahr 2025. In dem Jahr, in welchem wir das Jahresmotto haben: Es ist Zeit Gutes zu tun. Was will der Heilige Geist uns aus dieser Geschichte lehren, was sollen wir daraus lernen?“, war die die Frage des Bezirksapostels.

Die erste und überragende Botschaft aus dieser Geschichte sei, den Mitmenschen vom Evangelium Jesu Christi zu erzählen, von der Liebe Gottes und vom Heil für die unsterbliche Seele. - Darüber sei nun wohl niemand überrascht. "Denn das ist unsere Aufgabe als Christen", so Bezirksapostel Pöschel.

Dann führte er weiter aus: „Jona war ein Prophet, er war von Gott erwählt, aber er war auch Mensch und er hatte so seine Vorbehalte. Und die kommen in diesem Buch so deutlich zu Tage.“

Das seien Gedanken wie: „Es hört sowieso niemand auf mich. Das hat eh keinen Zweck vom Evangelium zu erzählen. Das interessiert niemanden.“ Ein weiterer, sehr menschlicher Vorbehalt: „Die haben doch Strafe verdient. Wer Böses tut, der hat es nicht besser verdient. Soll Gott sie doch strafen.“

Der Bezirksapostel wies auf das Gottesbild eines Christen hin, das doch von Jesus Christus her geprägt ein ganz anderes sei. „Jesus Christus hat uns errettet, er ist für uns am Kreuz gestorben und auferstanden und hat damit den Weg frei gemacht für ewiges Heil – für uns und unseren Nächsten.“

Weitere Predigtbeiträge kamen von Bezirksevangelist Ingo Wagner aus dem Bezirk Recklinghausen und Bischof Thomas Wiktor.

Feier des Abendmahls für Verstorbene

Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Feier des Heiligen Abendmahls für Verstorbene. Dies nahmen stellvertretend Bezirksevangelist Stefan Vogt und Evangelist Gerd Meyer entgegen.

Musik

Musikalisch wurde der Gottesdienst mitgestaltet vom Bezirkschor unter der Leitung von Benjamin Falk.

20. Februar 2025
Text: Marion Schröder
Fotos: Uwe Goldstein

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