Bielefeld-Mitte. Nicht nur passiv erleben – sondern auch aktiv mitmachen. So könnte man das Motto der diesjährigen nachmittäglichen Weihnachtsfeier der Gemeinde Bielefeld-Mitte am 8. Dezember zusammenfassen. Dabei hatten sich die Organisator*innen einiges einfallen lassen.
Bereits vor dem Gottesdienst gab es ein interaktives Quiz, bei dem die gut 200 Anwesenden aufgrund weniger Hinweise per Beamer die Titel traditioneller Weihnachtslieder erraten mussten. Diakon Olaf Boge konnte dabei auch manche, neue Aspekte vermitteln, beispielsweise, dass die Urfassung des katholischen Kirchenliedes „Es ist ein Ros entsprungen“ in der evangelischen Kirche zunächst nicht Verwendung erfuhr, wegen des Hinweises auf die jungfräuliche Maria, die zentraler betont wurde als der Verweis auf Jesus. Erst die Umdichtung von Michael Praetorius, dessen Chorsatz im 19. Jahrhundert kanonisch wurde, eröffnete dem Lied den Eingang in protestantische und andere Liederbücher. Oder die Tatsache, dass das Lied „O Tannebaum“ auf ein schlesisches Volkslied mit einer anderen Bedeutung beruht und von August Zarnack einst als tragisches Liebeslied geschrieben wurde.
Im Anschluss wurde durch den Vorsteher Jörg Adomeit ein sehr kurzer Gottesdienst gehalten, so dass wieder Raum für Musik und Bewegung vorhanden war. Es folgten nach einer Moderation von Diakonin Doreen Wach Vorträge von Chor, Orchester sowie einzelner Streicher, bevor die Sonntagsschüler eine kleine Weihnachtsgeschichte vorführten und Ihren Programmteil mit dem sehr modernen „Alle Tiere im Stall“ (nach der Musik von „Man on the Moon“ von REM) beendeten.
Danach wurde es wieder interaktiver für alle im Raum und es galt eine Umfrage über das eigene Mobiltelefon, wie sich die Gemeindemitglieder eine offene Gemeinde vorstellen, per Mentimeter durchzuführen und auszuwerten. Die beeindruckenden Ergebnisse wurden für alle erkennbar auf die Videowand hinter den Altar projiziert.
Den Abschluss bildete der Jugendchor mit dem Lied „Go tell it on the mountains“ bevor die Kinder anschließend liebevoll eingepackte Weihnachtsgeschenke als Überraschung unter dem großen Weihnachtsbaum der Gemeinde vom Weihnachtsmann erhielten.
Beim gemütlichen Ausklang mit Glühwein, Kaffee, Waffeln, Kartoffelpuffer und Bratwurst bestand im Anschluss noch die Möglichkeit, persönlich miteinander ins Gespräch zu kommen, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde, so dass die letzten Gäste erst gegen kurz vor 20 Uhr das Kirchengrundstück verliessen.
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