Bielefeld. Lang war es her, dass Apostel Carsten Denker die Neuapostolische Kirchengemeinde Bielefeld-Mitte zuletzt besucht hatte. Umso mehr freuten sich die Mitglieder der Gemeinde auf den Besuch am 10. August 2025, zu dem auch der zuständige Bischof Thomas Wiktor sein Kommen zugesagt hatte. Es sollte zwei Erwachsenen und drei Kindern das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet werden.
An diesem sommerlichen Sonntag trafen schon zeitig die ersten Gottesdienstbesucher in der Kirche in der Bismarckstraße in Bielefeld ein.
Nach dem Eingangsgebet las Apostel Carsten Denker das Bibelwort für den Gottesdienst aus 2. Mose 20.16:
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten."
Einleitung der Sänger
Der gemischte Chor der Gemeinde leitete den Gottesdienst mit dem Lied: "Ich halte mich Herr zu deinem Altar" ein.
Eingehend auf dieses Lied beschrieb der Apostel seine Gedanken über das Festhalten. Wie ein Kind, dass bei Unsicherheit die Hand der Eltern ergreift, dürften die Glaubenden die Hand Gottes festhalten und sich sicher und geborgen fühlen. Er rief der Gemeinde zu: "Wenn du in deinem Leben einmal Unsicherheit verspürst, dann greif doch mit deiner Hand einfach den Altar Gottes!"
Gewissheit der Bewahrung
Apostel Denker berichtete, dass er es sich zur Gewohnheit gemacht habe, vor einem Gottesdienst noch einmal betend die Bibel aufzuschlagen, um den Geschwistern in der Gemeinde, die er besucht, neben dem Bibelwort für den Gottesdienst noch ein paar besondere Gedanken mitzugeben. An diesem Tag sei es der 11. Vers des Psalms 91 gewesen:
"Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen"
"Glaub das, liebe Seele, dann wirst du Ruhe finden und dein Weg wird sich auflösen in eine wunderbare Zukunft! Darauf dürfen wir uns verlassen.", so Carsten Denker.
Kein falsches Zeugnis
Die biblische Grundlage des Gottesdienstes war eines der zehn Gebote. Das Gebot geht auf die damalige Zeit zurück, als im Wesentlichen aufgrund von Zeugenaussagen gerichtet wurde. Ein falsches Zeugnis konnte somit also fatale Folgen für einen Angeklagten haben.
"Um die Menschen vor so etwas zu schützen, ist dieses Gebot entstanden", sagte der Apostel. Das bedeute vereinfacht, dass man nicht lügen solle. Er stellte aber auch klar, dass Gott das Nichthalten dieses Gebotes vergeben werde, wenn der Gläubige darüber nachdenke und gewillt sei, es besser zu machen.
Im folgenden führte Apostel Denker etliche Beispiele an, wie schnell man, teils unbewusst, ein falsches Zeugnis über einen anderen verbreitet.
Abschließend empfahl er: "Ihr Lieben, lasst uns immer an der Hand unseres Gottes bleiben, danach fragen, was denn wirklich Wahrheit ist. Lasst uns nicht über den Nächsten einfach irgendwelche Worte richten oder 'anrichten', sondern in jedem Menschen ein wertvolles Geschöpf Gottes sehen."
Sorgt euch um nichts
In seiner Co-Predigt unterstrich Bischof Thomas Wiktor noch einmal die einleitenden Worte des Apostels und bezog sich auf das Lied des Chores, dass vor dem Gottesdienst gesungen worden war. Dort hieß es in einem Teilsatz: "Sorgt euch um nichts, Gott ist da...". Damit habe der Glaubende die größte, die stärkste und mächtigste Instanz an seiner Seite.
Wahrheitsgehalt überprüfen
Der Bischof riet den Anwesenden den Wahrheitsgehalt dessen zu überprüfen, was einem zugetragen würde. Man solle Informationen nicht einfach weiter verbreiten und so Gefahr laufen ein falsches Zeugnis wider den Nächsten zu reden.
Manchmal müsse man auch hinter die Kulissen schauen, um die Beweggründe des Nächsten besser bewerten zu können bevor man urteile.
"Achte darauf, was du sagst, pass auf, was du tust!", empfahl Bischof Wiktor.
Heilige Versiegelung
Nach der Freisprache von Sünden bat Apostel Denker diejenigen vor den Altar, die das Sakrament der Heiligen Versiegelung (Spendung des Heiligen Geistes) empfangen sollten.
Diesen Augenblick bereiteten die Sänger des Gemeindechores mit einem Lied vor.
Apostel Denker nahm nun zunächst die Erwachsenen in die Gemeinde auf.
Nach der Ansprache zur Heiligen Versiegelung fragte er zuerst die Erwachsenen, ob sie an Jesus Christus glaubten, sich zur Neuapostolischen Kirche bekennen würden und sich durch Wort und Sakrament auf die Wiederkunft Jesu Christi vorbereiten lassen wollten, was sie mit einem vernehmbaren "Ja" beantworteten.
Danach erging die Frage an die Eltern, ob sie bereit seien, ihre Kinder nach dem Glaubensbekenntnis der Neuapostolischen Kirche zu erziehen, sie zu lehren dem Herrn treu zu bleiben, und sie vorzubereiten auf die Wiederkunft Jesu Christi. Auch sie stimmten zu.
Darauf empfingen Kinder und Erwachsene durch Handauflegung des Apostels im Gebet den Heiligen Geist.
Beauftragung zur Abendmahlsausteilung
Nach dem Gottesdienst bat der Apostel einige im kirchlichen Ruhestand befindliche priesterliche Amtsträger, vor den Altar. Dort beauftragte er sie, im Gottesdienst die Austeilung der Hostien zum Heiligen Abendmahl zu unterstützen, wenn nicht ausreichend viele priesterliche Amtstragende anwesend sind.
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