Bielefeld-Schildesche. Heute das Gestern für morgen nutzen! - Michael Block, Leiter des Kirchenbezirks OWL und Mathias Eberle, beide Mitglieder der 9-köpfigen Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung eines Konzeptes für den Erhalt der Neuapostolischen Kirche Bielefeld-Schildesche auseinandergesetzt hat, informierten über erste Ergebnisse.
Zahlreiche Interessierte hatten sich am Dienstagabend, 2. September 2025, in dem geschichtsträchtigen Kirchengebäude eingefunden.
Historische Bedeutung
Mathias Eberle wies zunächst kurz auf die historische Bedeutung des Gebäudes hin, früher eine römisch-katholische Kirche aus dem Jahr 1688 mit dem Namen Johanneskapelle. Von 1950 an nutzte die neuapostolische Gemeinde Schildesche das Gebäude für ihre Gottesdienste, bis die Gemeinde im März 2025 aufgelöst wurde.
Wirtschaftliche Situation
Das Gebäude sei aktuell wirtschaftlich nicht zu vermarkten, die Kosten für die Erhaltung werde die Kirche auf Dauer nicht tragen können. Um das Gebäude dennoch weiterhin für kirchliche Aktivitäten zu nutzen, habe man sich in den vergangenen Monaten in einer Arbeitsgruppe intensiv mit mehreren möglichen Szenarien beschäftigt. In der Arbeitsgruppe mitgewirkt haben unter anderem der zuständige Apostel und Bischof der Gebietskirche, fachkundige Personen aus dem Bezirk OWL und aus der ehemaligen Gemeinde sowie dem Netzwerk Apostolische Geschichte.
Gründung eines Fördervereins
Das bevorzugte Modell, so Mathias Eberle, sei die Gründung eines Fördervereins, der das Gebäude zu einem symbolischen Preis von der Kirche mietet, das Gebäude betreibt und für Veranstaltungen untervermietet sowie durch Spenden und Beiträge zweckgebunden erhält. Als Ziel wäre es wünschenswert, wenn der Verein das Gebäude zu einem späteren Zeitpunkt erwerben könnte.
Nutzungsmöglichkeiten
Das historische Gebäude soll durch den Verein „als Kirche erhalten“ bleiben. Mögliche Nutzungsmöglichkeiten können sein: gottesdienstliche Nutzung auf ökumenischer Ebene, Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Workshops und weitere Veranstaltungen. Eine Nutzung als „Hochzeitskapelle“ wurde ebenfalls mitgedacht und kann auf ökumenischer Ebene, aber auch für freie Trauungen, ermöglicht werden. Die Raumüberlassungen sollen grundsätzlich gegen eine Kostenerstattung erfolgen.
Für weitere Nutzungsmöglichkeiten ist es angedacht lokale Einrichtungen und Organisationen anzusprechen, beispielsweise den Heimatverein, die Werbegemeinschaft sowie die Bezirksvertretung Schildesche, das Kulturamt Bielefeld und weitere Kulturtreibende in Bielefeld.
Finanzen
Der Verein soll überkonfessionell agieren und allen Interessierten offen stehen. Angedacht sind feste Jahresbeiträge der Mitglieder, um die laufenden Kosten teilweise abzudecken. Möglich sollen sein, Jahresbeiträge von 30 Euro, 60 Euro oder 120 Euro (nach eigener Wahl).
Anregungen und Bedenken
Aus dem Kreis der Zuhörer kamen Anregungen, wie beispielsweise ein Hinweis auf die Parksituation, Fördermöglichkeiten aus „Denkmaltöpfen“ oder Vorschläge zu Marketingstrategien. Auch die Frage nach regelmäßiger Nutzung des Gebäudes für Veranstaltungen aus dem Bereich Jugend oder Kinder wurde lebhaft diskutiert.
Unterstützung
Und last, but not least, braucht es viele helfende Hände, um ein solches Projekt zu stemmen. Daher die Frage von Mathias Eberle: „Wer von euch ist bereit, sich zu engagieren? Wer bringt persönliche Gaben mit, um das Vorhaben zu unterstützen?“ - Für die Unterhaltung eines kulturellen Schatzes, für kommende Generationen, die einen würdigen Ort zu schätzen wissen …
Für mehr Informationen oder Anregungen, die Bereitschaft zur Unterstützung in einem der vielfältigen Aufgabenbereiche sowie Spendenmöglichkeit wenden Sie sich gern per Mail an das Bezirksbüro: julia.paeuser@nak-owl.de
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