Vlotho. Am Freitag, 3. Juli 2026 nahmen einige Gläubige der Neuapostolischen Gemeinde Vlotho das Angebot wahr, an einer Stadtführung teilzunehmen zu dem Thema „Jüdisches Leben in Vlotho“. Dabei wurde auch Halt an einigen Stolpersteinen gemacht.
Am darauffolgenden Sonntag - ein besonderer Sonntag in der Neuapostolischen Kirche, er galt den Verstorbenen - teilte ein Teilnehmer dieser Gruppe seine Gedanken vor dem Gottesdienst mit der Gemeinde:
Stolpersteine - Sie sind da und mitten unter uns - die Stolpersteine in Vlotho. Gegen das Vergessen - für die Erinnerung.
Sie glänzen messingfarben und sie schaffen besondere Erinnerungen an die Menschen, deren Namen darauf festgehalten sind. Die Stolpersteine geben diesen gepeinigten Menschen ihren Namen und einen Platz in der Mitte der Gesellschaft zurück.
Die Messingoberfläche der Stolpersteine oxydiert leider unter feuchten Wetterbedingungen. Dort, wo die Menschen nicht "die Erinnerungen blank polieren", treten Verfärbungen von hellbraun bis fast schwarz auf.
Nun kann ich mich selbst fragen, wie bin ich damit umgegangen? Am Freitag habe ich mich bewusst zu Fuß aufgemacht und bin von Stein zu Stein gegangen. Wie ist es doch sonst im alltäglichen Leben leichter - ich setze mich ins Auto und fahre parallel auf der Mindener Straße einfach, schnell und gedankenverloren an diesen Steinen vorbei. Und nehme sie deswegen nicht wahr.
Jesus gab seinen Jüngern den Sendungsauftrag "Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur." (Markus 16, 15). Ja, dieses Hingehen und Hinsehen, das ist so wichtig. Die Wahrnehmung, das Gehen in die Situation der Menschen und der Seelen ist wichtig.
Auch in unseren Fürbitten-Gebeten für alle Seelen in der jenseitigen Welt ist es wichtig, dass wir uns aufmachen und zu mindestens in unseren Gedanken zu diesen Seelen hinzugehen, ihnen die frohe Botschaft des Evangeliums zu überbringen und vielleicht sogar ein Stück ihres Weges zu Gott mitzugehen.
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Sie sind da - diese Stolpersteine. Wobei ich mir die Frage stelle, ob nicht auch andere Menschen diese Form der Erinnerung verdient hätten? Nur - was ist schon ein "Verdienst" daran? Diese Menschen sind in vielen Fällen grausam ermordet worden. Wenn man sie fragen könnte, wäre ihre Antwort sicherlich gewesen, dass sie ein längeres und glücklicheres Leben gerne gegen diesen gewaltsamen Tod, und diese besondere Erinnerung daran, eingetauscht hätten.
Dabei sind mir am Freitag - neben den Stolpersteinen - auch noch die vielen anderen Pflastersteine und Kopfsteinpflastersteine in Vlotho aufgefallen. Sie könnten gut für die vielen anderen Menschen-Seelen aus Vlotho stehen, die in der Ewigkeit sind - oft namenlos. Warum gibt es für Sie keine sichtbare Erinnerung? Wir als Menschen scheinen immer kategorisieren zu müssen. Dieses war ein "normaler Tod", dieses ein besonderes Leid und dieser Tod besonders schrecklich.
Doch das Gute ist: vor Gott ist jede Seele gleich viel wert und er möchte sie alle mit seiner Liebe lieben, die für alle reicht. Paulus schreibt: "Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist." (Römer 3, 22-24).
Darum: lasst uns auch für alle die Seelen bitten, deren Namen nicht auf Steinen stehen.
Gott kennt auch ihre Seelen, möchte ihnen gerne einen Namen geben - den Namen "Gottes Kind" und leitet auch sie gerne, dass sie einen Platz mitten in seinem Herzen finden mögen.
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Sie sind da - alle diese Seelen. Die mit Namen, die uns bekannt sind und alle die Namenlosen, die wir nicht kennen. Sie alle bedürfen der Gnade Gottes.
Stolpern wir gerne in unseren Gedanken und unseren Gebeten über sie.
Sie sind da - die Stolpersteine.
Doch dieser Sonntag ist nicht der Tag, um über Steine zu stolpern.
Dieser Sonntag ist der Tag, um mit unterstützenden Gebeten aufzuhelfen.
Aufzuhelfen und aufzuheben zu dem dreieinigen Gott - dem Gott, der seine Liebe und seine Gnade schenkt, allen, die an ihn glauben.
"Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. " (Markus 9,27).
Genau dieses Erleben wünschen wir an diesem Sonntag vielen Seelen in der jenseitigen Welt.
Diese Hilfe, die nur ER geben kann.
Der Friede von Jesus Christus, dem Auferstandenen sei mit ihnen allen.
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