Bielefeld-Ummeln. Irgendwie war es anders als sonst, als sich die Kinder im Alter zwischen sechs und zehn aus dem Kirchenbezirk Ostwestfalen-Lippe zu ungewohnter Zeit, am Sonntagnachmittag, zum Kindergottesdienst in der Gemeinde Bielefeld-Ummeln versammelt hatten. Die Kirche war dunkler als sonst, denn die großen Deckenlampen leuchteten nicht. Dafür waren überall in der Kirche kleine Lichter aufgestellt. Nur die Leuchte über dem Altar sorgte für soviel Licht, dass man den Prediger gut erkennen konnte. Diesmal war es Evangelist Bert Michalowski, der den Gottesdienst leitete.
Die Kinder übten vor dem Gottesdienstbeginn das Lied: „Tragt in die Welt nun ein Licht.“ Sie sangen dabei so laut und freudig, dass der Organist sogar noch etwas lauter spielen musste, um gehört zu werden.
Das Bibelwort aus Matthäus 5,14-16 lautete: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
Teile dein Licht
Evangelist Michalowski erklärte das Bibelwort, indem er zunächst eine kleine Laterne anzündete und sie auf den Altar stellte. Das war nun das Licht, das alle sehen konnten. Aber dann stellte der Evangelist einen großen Eimer über dieses kleine Licht. Nun konnte es nicht mehr leuchten. Doch schließlich hielt er die Laterne hoch, sodass sie wieder für alle sichtbar leuchten konnte.
Während der Predigt wurden immer mehr kleine Lichter auf den Fensterbänken angezündet. Aber als Evangelist Michalowski ein ganz grelles Licht in die Gemeinde strahlte, waren alle schnell geblendet. „Dies sind solche Menschen, die sagen: Schaut mal her, wie toll ich bin!“ Dazu wollen wir nicht gehören, sondern anderen Menschen mit dem Licht den Weg leuchten und Orientierung geben.
Und noch ein weiteres Beispiel erklärte der Evangelist den Kindern: Dazu holte er eine riesige Taschenlampe hervor und strahlte damit auf drei Schwestern, die sich nach hinten gesetzt hatten und Warnwesten trugen. Die Warnwesten leuchteten auch, aber nicht von selbst. Nur weil sie angestrahlt wurden, konnten sie das Licht zurückwerfen. Als die Lampe wieder aus war, waren auch die Warnwesten nicht mehr hell.
Stattdessen sollen wir unser Licht weitergeben, so wie eine Kerze eine weitere Kerze anzünden kann, sodass sie selbst leuchten kann. Auch wir wollen von der Liebe Gottes, die wir in uns tragen, abgeben und anderen schenken.
Bunte Lichter erhellen den Raum
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahls wurde das Lied „Lass dein Licht erstrahlen in der Nacht“ gesungen.
Im Anschluss an den Gottesdienst durften die Kinder ein Glas mit buntem Transparentpapier bekleben und mit einer kleinen Lichterkette beleuchten lassen. Mittlerweile war es draußen ganz dunkel geworden, sodass diese kleinen bunten Leuchten in der großen Kirche ganz toll strahlen konnten.
Nach einer Lesegeschichte und einer leckeren Laugenbretzel machten sich alle wieder auf den Weg nach Hause.
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