OWL/Detmold. Ein Gottesdienst mit einem ganz besonderen Akzent, gefeiert in der Neuapostolischen Kirche in Detmold am Sonntag, 2. März 2025. Es war der erste Gottesdienst des Jahres im Gedenken an die Verstorbenen, er fand im Rahmen des KiGo 10-14, mit den Konfirmanden, mit Eltern, Lehrkräften und den Gläubigen der Gemeinde Detmold statt. Priester Guido Wächter, stellvertretender Leiter des Kirchenbezirks OWL, feierte diesen besonderen Gottesdienst mit der großen Gemeinde.
„Weil Gott alle Menschen liebt und weil Gott allen Menschen helfen will“, erklärte Priester Guido Wächter „beschäftigen wir uns heute ganz besonders mit den Menschen, die bereits gestorben sind, von denen wir aber wissen und glauben, dass ihre Seelen in der jenseitigen Welt weiterleben.“
Grundlage für den KiGo war das Bibelwort: „Gott sah, dass die Menschen von ihren falschen Wegen umkehrten. Da taten sie ihm leid, und er ließ das angedrohte Unheil nicht über sie hereinbrechen.“ (Jona 3,10 HFA)
Schattenspiel: Jona - und die Barmherzigkeit Gottes
Schnell war ein großes Laken gespannt, ein heller Strahler leuchtete auf, das große Licht im Kirchenschiff wurde gedimmt - so konnte jeder schemenhaft erkennen, was sich hinter dem Laken abspielte. Es ging um die Geschichte von Jona, die Ulla begleitend zum Schattenspiel vorlas. Hinter dem Laken spielten einige Kinder Szenen aus der Stadt Ninive, Angela stellte den Propheten Jona in Mimik und Gestik dar.
Anschließend erläuterte Priester Wächter, in dem Schattenspiel sei die Barmherzigkeit und Hilfe Gottes sichtbar geworden. Durch Jona habe Gott den Menschen gesagt, was er von ihnen erwarte, nämlich das Böse zu lassen. Die Menschen von Ninive glaubten dem Propheten, sie bereuten ihre Taten. Und Gott war barmherzig, er verschonte ihre Stadt.
Gottes Hilfe - auch für Verstorbene
Gott biete allen Menschen seine Freundschaft an, auch den Verstorbenen. „Wir können sie dabei begleiten und können ihnen so ein bisschen dabei helfen, dass sie die Hand, die Jesus Christus ihnen entgegenstreckt, annehmen - dass sie diese überhaupt erst einmal sehen können. Das funktioniert durch unser Gebet.“
Jetzt stelle sich vielleicht die Frage: „Ja aber, bringt das Gebet denn wirklich etwas?“, so Priester Wächter. Das werde man nicht erfahren. Aber er erinnerte an das Schattenspiel. Da seien einzelne Menschen nicht konkret zu erkennen gewesen, die Bewegungen und Menschen seien nur schemenhaft wahrgenommen worden.
So sei es auch mit unserem Blick für die Seelen dieser Menschen im Jenseits. „Wir glauben fest daran, dass Gott diesen Seelen helfen wird, dass sich dort etwas tut und können die Bewegung in diesen Bereichen sogar ein wenig wahrnehmen und empfinden.“
Mut zum Brücken bauen
Priester Roland Scholz, Bezirksbeauftragter für die Konfirmanden, ging in seinem Predigtbeitrag unter anderem auf das zuvor gemeinsam gesungene Lied ein: „Herr, gibt mir Mut zum Brücken bauen“.
„Warum braucht es Mut dazu?“, seine Frage. Es gebe Lebensgeschichten, die nicht immer gut seien. Wo man sich einfach nicht mag und sich zu Lebzeiten nicht versöhnt hat. Da brauche es Mut, dieser Seele die Hand zu reichen und eine Einladung auszusprechen: „Geh zu Jesus Christus, dort sehen wir uns wieder. Dort möchte ich auch hin und ich freu mich darauf, dich wiederzusehen.“
In einem besonderen Gebet bat Diakonin Anja Hellenbrecht um Hilfe und Heil für die verstorbenen Seelen, bündelte alle Einladungen, so dass eine Brücke gebaut war zum Empfang der Sakramente.
Rahmenprogramm
Für einen besonders gelungenen musikalischen Rahmen sorgte Dirk Pfau. Er hatte zum Jahresmotto das Lied komponiert: „Es ist Zeit, das wir was tun (Gutes)“. Das Lied war vor dem Gottesdienst schnell eingeübt, so dass sich die „Aufführung“ im Gottesdienst hören lassen konnte. Dirk verstand es, die Kinder, angehenden Jugendlichen, die ganze Gemeinde musikalisch zu motivieren, die gemeinsam gesungenen Lieder vertieften noch einmal den Inhalt der Predigt.
Roland Scholz verabschiedete nach dem Gottesdienst die Konfirmanden mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Es gab für jeden ein kleines Präsent sowie eine Rose und die Gemeinde sang zum Abschied das Lied: „Möge die Straße uns zusammenführen“.
Und natürlich durfte auch ein Give-away nicht fehlen.
Entschlafenen-Sonntage
Gottesdienste für Entschlafene feiern neuapostolische Christen jährlich drei Mal. Sie finden weltweit in allen Gemeinden am ersten Sonntag im März, Juli und November statt. In den Gemeinden wird in diesen Gottesdiensten der Verstorbenen in besonderer Weise gedacht. In persönlichen und gemeinsamen Gebeten wenden sich die Gottesdienstteilnehmer in Fürbitte an Gott und anempfehlen die Toten seiner gnädigen Allmacht.
In den Gottesdiensten, die vom Stammapostel und den Bezirksaposteln oder von ihnen beauftragten Aposteln durchgeführt werden, können an diesem Sonntag Entschlafene die Sakramente der Kirche empfangen. Stellvertretend für die Entschlafenen nehmen zwei Amtsträger der Kirche die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung (Spendung von Gaben Heiligen Geistes) und Heiliges Abendmahl entgegen.
Weiterführende Informationen auf nac.today.
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