Lage. Eigentum Gottes – pfleglich zu behandeln: Mit diesen Worten übergab Bezirksapostel Stefan Pöschel am Weihnachtsmorgen den neu ordinierten Priester Patrick Altenhöner der Gemeinde Lage als ein Geschenk und unterstrich damit einfach wie klar die Weihnachtsbotschaft 2024: Gott ist bei mir, beim Nächsten und bei der Kirche Christi. Der Weihnachtsgottesdienst stand unter der Perikope aus Matthäus 1, 23: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen ‚Immanuel‘ geben“, das heißt übersetzt ‚Gott mit uns‘.“
‘Last Christmas I gave you my heart’ oder: Der Kern von Weihnachten.
Das „Fest der Liebe” ist als Slogan allgegenwärtig – das Angebot eines Sammelsuriums an Deko, Düften und Licht meint, die Menschen einander näherbringen zu können, verfehle aber, trotz aller Berechtigung, den Kern: Gott ist in seine Schöpfung als Mensch hineingetreten. Gott liebt die Welt. Gott liebt mich. Und das auch dann, so Pöschel in seinen einführenden Bemerkungen, wenn man meint, sich nicht selbst lieben zu können, sich selbst hinterfragt, gar Gott hinterfragt. Gott Vater ist in den dunkelsten Stunden bei seinem Sohn am Kreuz gewesen. Das ist die Gewissheit der Liebe Gottes für mich. Immanuel: Gott mit uns!
Jesu Mission – unser Auftrag
Der Name des Welterlösers hat bleibenden Wert. ‚Immanuel‘ heißt, dass Gott in den Sorgen, Nöten und Enttäuschungen, in den Unsicherheiten des Lebens und den Existenzfragen des ‚woher‘ und ‚wohin‘ mit uns ist. Diese Zusage gelte auch für den Nächsten, den wir, so Pöschel augenzwinkernd, oftmals als den größten aller Sünder identifizieren. Doch gerade, weil Gott mit uns ist, begegnet er uns auch im Nächsten und ist es unsere Aufgabe, die Mission der Jesuliebe gegenüber Nächsten zu erfüllen: „Mit Gott dauerhaft zusammen zu sein bedeutet, seinen Willen zu tun.“ pointierte Pöschel und verwies mit den Endzeitreden in Matthäus 25 auf die wohlgesehenen Verhaltensweisen gegenüber Gott und dem Nächsten. Immanuel: Gott mit uns. Gott mit dem Nächsten.
Kirche Christi – ein Abgesang der Zeitgeschichte?
Dass der Kirche Christi ein baldiges Ende bevorstehe und sie in wenigen Jahren lediglich Geschichte sei, ist damals wie heute eine dauerhafte menschliche Prophetie. Dabei, so Bezirksapostel Pöschel, ist nichts gewisser als die Zukunft der Kirche Christi. Die wesentliche Qualität der Kirche Christi bestimmt sich dazu durch ihre Glieder, die sich mit der Botschaft Jesu Christi beschäftigen müssen und in sich die Hoffnung auf die Herrlichkeit tragen (vgl. Kol. 1, 27). Die Umsetzung bedeute Bemühen und Anstrengung: „Wie reden wir? Wie handeln wir? Was tun wir? Was unterlassen wir? Gehen wir nicht nur am Fest der Liebe sorgsam mit unseren Gedanken, Worten und Taten um.“ mahnte Pöschel. Es war spürbar still geworden in Lage. Immanuel: Gott mit uns. Gott mit dem Nächsten. Gott mit der Kirche Christi.
Name verpflichtet – Friedensstifter und Gotteskinder
Der Chor unterstrich nach der Predigt des Bezirksapostels eindrucksvoll die dreifache Weihnachtsbotschaft: „Mit Jesus hat Gott alles möglich gemacht.“ Mit Gott ist es möglich, dass ein Davidide nach Bethlehem geht, sich in Steuerlisten einträgt, eine Jungfrau ein Kind gebärt und ihm den Namen ‚Jesus‘ gibt – so gehört in der Lesung aus dem Lukasevangelium. „Gottes Liebe führt zum ewigen Leben“ ist das Resultat einer vielfältigen Namensgebung, führte Apostel Carsten Denker in seiner Co-Predigt aus und betonte den Namen Friedefürst als Jesuname. Dieser Name ist „nicht irgendwas“, so Denker, es ist unsere „Kraftquelle für jeden Tag.“
Weihnachten – Fest der Liebe, der Musik und des Miteinanders
Die Instrumentalisten, der gemischte der Chor und der Kinderchor der Gemeinde Lage wussten mit ihren vielfältigen Vorträgen zu begeistern und sorgten in jeder Hinsicht für freudig-weihnachtliche Stimmung.
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