Bielefeld. Am ersten Sonntag im Juli wird in der Neuapostolischen Kirche der Seelen der Verstorbenen gedacht. Zu diesem besonderen Gottesdienst kam Apostel Carsten Denker am 6. Juli 2025 in die Gemeinde Brake. In diesem Gottesdienst fand auch die Spendung des Heiligen Geistes im Sakrament der Heiligen Versiegelung für ein kleines Mädchen statt.
Die Mitglieder der Gemeinde Brake versammeln sich seit einiger Zeit in der Kirche der ehemaligen Kirchengemeinde Schildesche, weil ihr Gotteshaus renoviert wird.
Im Gottesdienst zum Gedenken an Entschlafene im März 2025 hatte der Stammapostel, internationaler Leiter der Neuapostolischen Kirche, einen Bibelvers aus 1. Mose 50.20 verwendet. Auch in diesem Gottesdienst sollte das die Basis für den Gottesdienst sein:
"Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk."
Apostel Carsten Denker unterstrich zu Beginn seiner Predigt die Aussagen des von dem gemischten Chor vorgetragenen Liedes: "Allein Gott in der Höh sei Ehr". "Lob und Dank an Gott muss an erster Stelle stehen", so der Apostel. Das möge nicht nur gesungen oder gesagt worden sein, sondern eine tiefe und ehrliche Herzenseinstellung. Das sei kein Befehl, denn es brauche Erfahrung im Glauben, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.
Gott hat dich nicht vergessen
Es sei manchmal schwer, weil schwierige Lebensumstände, Trauer und Zweifel dazu führten, dass man sich von Gott ungesehen fühle. Vielleicht würde dieses Gefühl von außen bestätigt, wenn einem die Frage angetragen werde: "Wo ist denn Dein Gott?"
Dann möchte man sich vor Gott verstecken. Aber das sei gar nicht möglich, denn Gott kenne jeden einzelnen Menschen und habe ihn nicht vergessen.
Kinder würden sich auch gerne verstecken. Der Wunsch sei aber dann, gefunden zu werden. Das tue Gott auch und könne Kraft geben und das Leben verändern.
Sei bußfertig
Auch Josef habe in seinem Leben Schlimmes erfahren, als er von seinen Brüdern verkauft wurde. Er habe sich aber nicht versteckt, sondern die Hand Gottes festgehalten. So sei er gestärkt und gesegnet worden, hätte die Gnade von Gott empfangen und konnte damit ein Segen für seine Brüder sein.
Josef habe seinen Brüdern den Ort für Hilfe gezeigt, Bußfertigkeit verlangt und sie so zur Umkehr bewegt. Wer bußfertig sei, könne ein Segen für andere sein.
Gott wolle wieder in die Gemeinschaft mit den Menschen kommen.
Gott möchte Großes schaffen und Heil schenken
Jesus sei als Gott Mensch geworden und immer bereit gewesen, die Dinge zu tun, die Gott von ihm verlangte.
In der Ewigkeit sei es ebenso. Auch dort wolle Gott Großes schaffen und Heil schenken. Die Seelen dort hätten alle einen Prozess zu durchlaufen, sie würden nicht friedlich schlafen.
Die Empfindungen von Schmerzen und Kränkungen, das Gefühl gehasst zu werden, lebe in der Seele weiter. Das halte viele davon ab, sich Gott zuzuwenden. Gott sorge für neues Vertrauen. Alle Gläubigen seien auserkoren zu helfen: "Wir alle sind Segensträger", so Apostel Denker, "Wir zeigen den Seelen, wie wir Gott empfinden und wie wir in unseren Bemühungen wachsen."
Dazu hätten alle das Werkzeug des Gebets. Das heiße: Im Gebet den unerlösten Seelen hilfreich zur Seite zu stehen. Nichts könne Gott davon abhalten, das Heil für diese Seelen zu schaffen.
"Gott ruft dich und in die Ewigkeit: Komm liebe Seele, hier ist meine Hand. Ich werde dich nicht verlassen!", sagte Carsten Denker eindringlich.
Gott soll mich finden
Eingehend auf die Metapher von dem Kind, das sich versteckt - natürlich, um später gefunden zu werden - ermunterte Bezirksevangelist Stefan Vogt die Anwesenden augenzwinkernd: "Bleibt jung im Herzen".
"Gott soll mich finden", könne nur das Ziel des Versteckens sein. Dass Gott seine Kinder vergessen habe, sei ein sehr spezieller Gedanke. Das stünde nirgends. Stefan Vogt: "Fühle: Gott sieht Dich, er weiß genau, wie es Dir ergeht und was du machst. Er hat einen Weg bereitet und er gibt alles, damit Du ihn sehen kannst, auch für die Ewigkeit." So, wie Eltern manchmal die Geduld mit ihren Kindern verlören, würde das bei Gott nicht geschehen. Er wünschte einem jeden, zu erleben, wie Gott seine Kinder immer wieder neu findet, auch die, die unerlöst in die Ewigkeit gegangen seien.
Sündenvergebung und Heilige Versiegelung
Nun bereitete der Apostel die Gemeinde auf das Heilige Abendmahl vor. Nach dem gemeinsam gesprochenen "Vater unser" und der Freisprache von den Sünden, kam der große Moment der Spendung des Heiligen Geistes im Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Dazu kamen die Eltern mit ihrer kleinen Tochter vor den Altar. Dort wurden sie mit einem Musikstück des Gemeindeorchesters empfangen.
Nach seiner Ansprache fragte Apostel Denker die Eltern, ob sie ihre Tochter durch Christus vorbereiten lassen wollten, sie erziehen wollten, dem Herrn treu bleiben, und ihr die Sakramente zukommen lassen wollten. Nach dem "Ja" der Eltern spendete er dem Kind durch Handauflegung und Gebet die Gabe des Heiligen Geistes.
Beauftragung zur Abendmahlsausteilung
Nach dem Gottesdienst bat der Apostel einige im kirchlichen Ruhestand befindliche Priester, sowie den ehemaligen Leiter des Kirchenbezirks vor den Altar. Dort beauftragte er sie, im Gottesdienst die Austeilung der Hostien zum Heiligen Abendmahl zu unterstützen, wenn nicht ausreichend viele priesterliche Amtstragende anwesend sind.
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