Bad Oeynhausen. Am Sonntag, 7. Dezember 2025 beging die Neuapostolische Gemeinde die 14. Weihnachtsfeier in der Gemeindegeschichte. Das Fest begann um 16.00 Uhr und wurde für kranke Gemeindemitglieder per IPTV online übertragen.
Durch den Nachmittag führte Christiane Schürmeyer, die die Überleitungen zwischen den verschiedenen Programmpunkten moderierte. Der Altar wurde in diesem Jahr von den Kindern geschmückt. An der Gestaltung der sehr gut besuchten Weihnachtsfeier beteiligten sich Gemeindemitglieder aller Altersklassen. Einen besonderen musikalischen Höhepunkt bildete der Männerchor der Gemeinde, der die verschiedenen Programmbeiträge umrahmte. Mit klassischen Weihnachtsliedern wie „Leise rieselt der Schnee“ aber auch besinnlichem Liedgut wie „Still, still, still“ oder „Heilige Nacht“ stimmte er die versammelte Gemeinde auf die Advents- und Weihnachtszeit ein.
Das Kirchenschiff war zu diesem Anlass durch Spotlights an den Wänden erhellt. Zwei Adventskerzen leuchteten vom Altar in die Gemeinde. Die dadurch schon besinnliche Stimmung wurde mit dem Eröffnungslied des Männerchores „Süßer die Glocken nie klingen“ unterstrichen.
Zum Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde der folgende Gemeindegesang durch den kircheneigenen Klavierflügel begleitet.
Weihnachten im Wandel der Zeit
Christiane Schürmeyer erklärte: „In diesem Jahr haben wir drei Weihnachtsbäume geschmückt.“ Ein Weihnachtsbaum sei von den Senioren, ein zweiter vom „Mittelalter“ und der dritte von den Kindern dekoriert worden. Jeder - auf seine Weise schön - symbolisierte das Weihnachtsverständnis im Wandel der Zeit. Die Bäume wurden erst beim jeweiligen Wortbeitrag einer der drei Altersgruppen durch Lichterketten erleuchtet.
Gemeindemitglied Doris Denker erzählte etwas über das Weihnachtsfest aus der Seniorensicht, darunter Selbsterlebtes und von Zeitzeugen berichtetes:
Weihnachten in den Kriegsjahren
In den Kriegsjahren 1939-1945 sei an Weihnachten die ganze Familie beisammen gewesen. Die Väter bekamen Fronturlaub, so dass sie zuhause sein konnten. Zu Essen gab es nicht viel – das Weihnachtsessen bestand zum Beispiel aus Apfelmus mit Brot. Dazu ging man in die „Stube“ (heute: Wohnzimmer). Der Weihnachtsbaum wurde erst kurz vor dem Weihnachtsfest gekauft, weil er da am Günstigsten war. Geschenke waren Selbstgebastelte Dinge (Strohsterne, die sich auch am Tannenbaum wiederfanden), abgetragene Kleider, die umgenäht wurden und einen „bunten Teller“ mit (wenn vorhanden) Apfelsine und etwas Schokolade.
Weihnachten der Nachkriegszeit
Nach 1945 und bis in die 50er Jahre hinein waren die Väter durch Gefangenschaft vielfach nicht zum Weihnachtsfest zuhause. Der Weihnachtsbaumschmuck bestand unter anderem aus Lametta und Kunstvögeln mit Clip. Das klassische Weihnachtsessen bestand aus Kartoffelsalat und Wiener Würstchen, es gab Marzipankugeln für den „bunten Teller“ und als Weihnachtsgeschenke neue Sachen, wie zum Beispiel eine Puppe und neue Kleider.
Weihnachten der 1960er Jahre
In den 1960er „Babyboomer“- Jahren blieb es beim Weihnachtsessen aus Kartoffelsalat und Würstchen. Die Wohnung wurde „…geputzt und gewienert, als käme nicht das Christkind, sondern das Ordnungsamt“, erinnert sich Doris Denker lebhaft. Der „bunte Teller“ bestand aus Mandarinen, Nüssen, Keksen, Dominosteinen, Schokolinsen und Bonbons. Verschenkte Kleidung war nun immer neu gekauft, es gab neue Puppen oder einen Kaufmannsladen. Auch stattet der Weihnachtsmann in diesen Jahren des Öfteren den Familien einen Besuch ab und die Kinder sagten ein Gedicht auf.
Heiligabend 1980
Mit einem kleinen Theaterstück repräsentierten einige Gemeindemitglieder einen typischen Heilig Abend in den 80er Jahren. Da wurden Gedichte aufgesagt, Blockflöte gespielt, nacheinander Geschenke geöffnet (hier gab es eine Vielzahl an modernem neuem Spielzeug) und der „bunte Teller“, ebenfalls reich bestückt mit Süßigkeiten und Obst, wurde geplündert.
Das danach vom Männerchor gesungene Lied „Heilige Nacht“ wurde von den Anwesenden mit Applaus honoriert.
Weihnachten mit Kinderaugen
Ein kleiner vorbereiteter Film zeigte die Kinder der Gemeinde in Vorbereitung auf die gegenwärtige Weihnachtszeit: Da werden Plätzchen gebacken und aus Katalogen Geschenkewünsche ausgeschnitten. Es wird viel gebastelt (Papiersterne) und der Weihnachtsbaum wird bunt geschmückt. Während des Films verteilten die Kinder an die Gäste eifrig eine Kostprobe der selbstgebackenen Plätzchen.
Jahresrückblick 2025
Louis Brandt zeigte eine professionelle Film-Präsentation mit Live-Ausschnitten und musikalischer Untermalung über das Gemeindeleben im Jahr 2025. Gezeigt wurden unter anderem besondere Gottesdienste der Gemeinde mit Sakramentsspendung, darunter ein Gottesdienst zur Heiligen Versiegelung, eine Konfirmation, der Gemeindesonntag mit Open Air Gottesdienst, Erntedankfeier, außerdem Gottesdienste mit Segen zur Grünen, Silbernen, Goldenen und Diamantenen Hochzeiten. Der Film weckte bei den Gemeindemitgliedern viele schöne Erinnerungen im gemeinsamen Gotterleben, im freudigen Miteinander Gutes zu tun und wurde mit großem Applaus belohnt.
Kleiner Weihnachtsmarkt im Foyer
Der Gemeindevorsteher Olaf Lohmeier bedankte sich abschließend bei allen Akteuren, Kindern und Lehrkräften und lud zum gemeinsamen Beisammensein bei Speisen und Getränken auf dem im Kirchenfoyer aufgebauten „Weihnachtsmarkt“ ein. Neben Hot Dogs, Fritten, Waffeln und Plätzchen rundeten frische Fischbrötchen und Getränke das Angebot für das leibliche Wohl ab. Gegen eine kleine Spende konnten auch selbstgemachte Leckereien mit nach Hause genommen werden.
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