Bad Oeynhausen. Immer am ersten Freitag im März wird der Weltgebetstag der Frauen gefeiert. Grundlage für den diesjährigen Weltgebetstag (WGT) war Psalm 139: „wunderbar geschaffen“. Dieser zog sich wie ein roter Faden durch den Verlauf der ökumenischen Veranstaltung. Die Ausarbeitung erfolgte von den Frauen der Cookinseln. Es ist eine Feststellung, ein Glaubenserlebnis und der Dank sowie die Einladung der Frauen der Cookinseln, die Welt mit ihren Augen zu sehen und die Kultur der Maori kennenzulernen.
Für Bad Oeynhausen fand der WGT erstmals in der Neuapostolischen Kirche unter Mitwirkung der evangelischen, katholischen, baptistischen und der neuapostolischen Gemeinde statt. Es war ein harmonisches Miteinander und eine Einheit der Vortragenden und Musiker der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften.
Kia orana
Zu Beginn des ökumenischen Gottesdienstes wurden die Teilnehmer durch das Geräusch von Meereswellen und Brandung durch eine Ozeantrommel und Regenstäbe eingestimmt - es wurde ruhig im Kirchenraum.
Kia orana – mit diesem Satz in der Maori-Sprache begrüßen die Menschen einander auf den Cookinseln. Es bedeutet mehr als nur „Hallo“, sondern auch „Ich wünsche dir, dass du lange und gut lebst, dass du leuchtest, wie die Sonne und mit den Wellen tanzt“.
Es ist nicht selbstverständlich, dass uns dieser Gruß heute noch entgegengebracht werden kann, denn die britische Kolonialmacht versuchte seinerzeit viele liebgewonnene Sitten und Gebräuche, ja sogar die Sprache der Maori, unter Strafe zu verbieten.
Der Brauch, Blumenkränze auf dem Kopf zu tragen wurde ebenfalls unterbunden. Da fiel den einheimischen Frauen auf, dass die britischen Frauen Hüte trugen. Indem sie einfache Strohhüte aufsetzten, welche mit den Blüten des Landes geschmückt wurden, fanden sie einen Kompromiss. Immer wieder wurde im Laufe der Liturgie darauf hingewiesen, dass wir trotz allem, was wir weltweit erleben müssen doch Grund zur Dankbarkeit haben.
Drei Geschichten von Frauen wurden von Sprecherinnen aus den unterschiedlichen Gemeinden vorgetragen. Aus ihnen ging hervor, dass Gott unser Leben und unsere Not kennt und es gut zu wissen ist, dass Gott für uns sorgt, hilft und uns ruhig werden lässt, wenn wir Angst haben. Dies kam in dem Lied „Wonderfully made“ besonders zum Ausdruck.
Der Kanon „Gott war am Anfang der Welt“ lud alle Anwesenden zum Mitsingen ein und man konnte eine besondere Stimmung spüren. Durch verschiedene Sprecherinnen wurde nun Gott für all seine Güte und Gaben gedankt und ihm die Ehre erwiesen. Symbolisch wurden hierfür diese Begriffe in Blütenform an ein Tuch gesteckt. Dankbarkeit für: Fülle, Treue, Geduld, Barmherzigkeit, Heilung, Gemeinschaft und Weisheit. Somit entstand ein wunderbar geschmückter Altar.
Anschließend folgte wiederum Meeresrauschen und diesmal war es sehr still im Kirchenraum. Die Eindrücke hatten viele der Teilnehmenden ruhig und nachdenklich gemacht. Gegenseitige Segenswünsche und das Weiterreichen eines blauen Bandes - als Gedenken an den Weltgebetstag mit dem Motto „wunderbar geschaffen“ – an den Banknachbarn war Antwort auf das Gehörte und miteinander Erlebte.
Den Abschluss bildete das Abendlied - „Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder“, jedoch mit der Zusage, dass wenn wir schlafen gehen woanders die Sonne aufgeht und dort gebetet wird, somit nimmt das Gebet nie ein Ende.
Ausklang
Im Anschluss fanden sich viele der Teilnehmer im Foyer der Kirche ein. Dort hatten liebevolle Hände mitgebrachte Speisen und Getränke bereitgestellt und man konnte sich untereinander austauschen und das Erlebte besprechen und vertiefen.
Ein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helferinnen aller Gemeinden für das gute Gelingen des ökumenischen WGT-Gottesdientes.
„Te aroha – Sing von der Liebe, Glaube hüllet dich ein, Frieden allen Wesen, ja so soll es sein!“
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