Halle. Für den Mittwochabend, 24. Juni 2026, hatte Apostel Carsten Denker aus Minden seinen Besuch in der Neuapostolischen Kirchengemeinde Halle-Werther angekündigt. Die Neuapostolischen Christen der Gemeinde Hiddenhausen waren ebenfalls eingeladen.
Bei hochsommerlichen Temperaturen versammelten sich die Mitglieder der beiden Gemeinden im Kirchenlokal an der Schlörstraße in Halle. Schon im Vorfeld hatten die gemischten Chöre sich in gemeinsamen Chorproben auf diesen Gottesdienst vorbereitet.
Ein Gottesdienst trotz Hitze
Apostel Denker betonte in seinem Eingangsgebet die Dankbarkeit für die Gemeinschaft und die Möglichkeit, Gott anzubeten – selbst unter körperlich anspruchsvollen Bedingungen. „Großer Gott, wir danken dir, dass wir deine Kinder sein dürfen“, so Denker, der die Gläubigen ermutigte, die Hitze als Teil von Gottes Schöpfung anzunehmen.
Gebet und Gottes Zeitplan
Das Bibelwort aus Lukas 1,13–15 erzählt von der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers durch den Engel Gabriel an Zacharias. Der Engel verkündete: „Dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären.“ Apostel Denker nutzte diese Begebenheit, um auf das Vertrauen in die Erhörung von Gebeten zu ermutigen, selbst wenn diese erst spät oder auf unerwartete Weise erfüllt werden.
„Wie viel Vertrauen haben wir noch in unsere Gebete?“, fragte der Apostel die Gemeinde. Er betonte, dass Gebet nicht nur eine Möglichkeit sei, mit Gott zu kommunizieren, sondern „das Atemholen der Seele“. Anhand des Beispiels von Zacharias und Elisabeth, die trotz ihres Alters noch ein Kind bekamen, ermutigte er die Zuhörer, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen an Gottes Verheißungen festzuhalten.
Johannes der Täufer: Demut und Auftrag
Johannes der Täufer war der Wegbereiter für Jesus. Carsten Denker verwies auf die Bibellesung aus Johannes 3,22–30, in der Johannes sagt: „Er muss wachsen, ich muss abnehmen.“ Dies unterstreiche die Demut des Johannes‘, der sich selbst zurücknahm, um Jesus in den Mittelpunkt zu stellen.
„Auch wir sind berufen, Jesus den Weg zu bereiten“, so der Apostel. Er ermutigte die Gemeinde, im Alltag Zeugnis abzulegen – nicht durch aufdringliche Predigten, sondern durch ein Leben, das von Gottes Geist geprägt ist. „Lasst uns davon reden, lasst es uns nach außen zeigen“, appellierte er.
Gottes Weg und menschliche Zweifel
Bischof Thomas Wiktor griff das Thema in seinem Predigtbeitrag noch einmal auf und betonte, wie wichtig es sei, Gott im Gebet um seine Perspektive zu bitten: „Zeig mir, lieber Gott, wie du die Situation siehst.“ Anhand der Geschichte des Zacharias zeigte er, dass selbst große Glaubenshelden wie Johannes der Täufer Momente der Unsicherheit haben können. Der Bischof ermutigte die Gemeinde, nah an Jesus zu bleiben, um Zweifel zu überwinden.
Danach leitete der Apostel zur Feier des Heiligen Abendmahls über.
Schlusssegen und Beisammensein
Nach dem Dankgebet und Segen warteten auf die Gottesdiensteilnehmer kalte Getränke und ein kleiner Snack. Gern verweilten noch viele bei der Erfrischung und nettem Gedankenaustausch.
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