Herford. Am Sonntag, dem 09.08.2026, hatte Apostel Carsten Denker seinen Besuch in der Neuapostolischen Kirchengemeinde Herford angekündigt. Einen besonderen Moment sollten Gemeindeleiter Frank Schuldt und dessen Frau Kerstin erleben. Sie hatten um den Segen zur Rubinhochzeit gebeten.
Das Bibelwort aus Philipper 4,4:
„Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“
legte Apostel Carsten Denker dem Gottesdienst in Herford zu Grunde. Mit diesem Wort hatte unlängst Stammapostel Helge Mutschler in einem Gottesdienst gedient.
Freude ist keine Fassade
In seiner Predigt machte der Apostel deutlich, dass die im Bibelwort angesprochene Freude nicht von günstigen äußeren Umständen abhängig sei. Sorgen, Ängste und Belastungen gehörten zum Leben. Göttliche Freude bedeute deshalb auch nicht, ständig lächeln und nach außen den Eindruck vermitteln zu müssen, dass alles in Ordnung sei. Ebenso wenig sei sie eine Glaubensleistung, die sich ein Mensch verdienen müsse.
Die Aufforderung des Apostels Paulus, sich „in dem Herrn“ zu freuen, führte Carsten Denker auf die persönliche Beziehung zu Gott zurück. Das Vertrauen, von Gott geliebt, angenommen und begleitet zu werden, könne auch in schwierigen Lebenssituationen Kraft und Zuversicht geben. Konflikte, Sorgen und Schuld bezeichnete er als mögliche „Feinde der Freude“. Ihnen stellte er Vertrauen, Vergebung und Versöhnungsbereitschaft gegenüber.
Den Blick auf die Freude richten
Bischof Thomas Wiktor griff den Gedanken auf, dass Sorgen, Belastungen und Traurigkeit sich leicht in den Vordergrund drängen. Die christliche Hoffnung könne dem eine andere Grundstimmung entgegensetzen: die Gewissheit, von Gott begleitet zu werden und ein gemeinsames Glaubensziel zu haben.
Als Beispiel berichtete er von einem schwer erkrankten Glaubensbruder, der sich bewusst auf das konzentriere, was ihm Freude gebe. Auch der Rückblick auf eigene Glaubenserfahrungen könne helfen, die Aufmerksamkeit wieder stärker auf das Positive zu richten, erläuterte er der Gemeinde.
Das Leben bewusst gestalten
Bezirksältester Michael Block stellte die persönliche Einstellung zum Leben in den Mittelpunkt seines Predigtbeitrags. Höhen und Tiefen gehörten zum Leben; entscheidend sei der Umgang damit. Er ermutigte dazu, die „Opferrolle“ zu verlassen und das eigene Leben sowie das kirchliche Miteinander bewusst mitzugestalten. Dabei könne das Vertrauen helfen, dass Gott den Menschen unter allen Lebensumständen begleite.
Segen zur Rubinhochzeit
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls wandte sich der Apostel an Kerstin und Frank Schuldt, die vor 40 Jahren ihre grüne Hochzeit gefeiert hatten. In seiner Ansprache erinnerte er daran, dass zu Beginn einer Ehe niemand wissen könne, wie sich der gemeinsame Weg entwickeln werde. Entscheidend seien die damals getroffene Entscheidung füreinander und das Vertrauen auf den Segen Gottes gewesen.
Im Rückblick auf vier Jahrzehnte hob Denker die gewachsene Liebe, das gegenseitige Vertrauen und die Dankbarkeit für gemeinsam gemachte Erfahrungen hervor. Als Bibelvers für die Zukunft gab er dem Paar Psalm 107,1:
„Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich“
mit. Anschließend spendete er dem Ehepaar den Segen zur Rubinhochzeit.
Freude als Kraft für den Alltag
Im Abschlussgebet wurde das Thema des Gottesdienstes noch einmal aufgenommen. Die erfahrene Freude solle nicht auf diesen Morgen beschränkt bleiben, sondern gerade auch durch schwierige Zeiten tragen. Mit dem Schlusssegen und einem Lied des gemischten Chores endete der Gottesdienst.
Im´Anschluss nahm das Rubinpaar die persönlichen Glückwünsche der Gottesdienstteilnehmenden entgegen.
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