Bielefeld-Nord. In jeder Familie, in der Weihnachten gefeiert wird, gibt es gewisse Traditionen, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden. Dies kann ein besonderer Adventsschmuck in der Wohnung sein, das Backen von Keksen, das Singen von Liedern, der Besuch des Weihnachtsgottesdienstes oder das besondere Essen am Heiligabend.
Auch in einer Kirchengemeinde können sich über viele Jahre Traditionen und Gewohnheiten verfestigen. Die Gemeinde Bielefeld-Nord in Jöllenbeck ist da keine Ausnahme.
Es fängt damit an, dass die Kinder der Gemeinde den Weihnachtsbaum bereits zum ersten Advent mit Kugeln behängen und die Kirche adventlich schmücken. Auch in diesem Jahr trafen sich die Kinder am 30. November, um mit Eltern und Lehrkräften der Kirchenunterrichte die Kirche herzurichten. Dazu wurden Blumen auf dem Altar angeordnet, Tannengrün zurechtgeschnitten und auf einem roten Tuch dekoriert und Lichterketten verlegt. Und irgendwie scheint es zur Tradition geworden zu sein, dass wenigstens eine der Baumkugeln aus den Händen fällt und zerbricht.
Seit vier Jahren hat die Gemeinde eine weitere Tradition hinzugewonnen. Vor dem Altar wird eine Krippenszene aufgebaut. Große Holzfiguren machen die Weihnachtsgeschichte erlebbar und lassen ein wenig verstehen, was vor über 2.000 Jahren geschehen ist.
Und jedes Jahr scheint es ein weiteres Detail in der Krippe zu geben. So kamen im letzten Jahr zusätzlich zu dem ärmlichen Stall eine Herberge und ein Zelt für die Weisen aus dem Morgenland hinzu.
Bei der Krippe wird es eng
Zum ersten Advent war also die Kirche fertig geschmückt. Aber ein Detail fehlte noch: Die Krippenfiguren waren noch nicht aufgestellt. Sie lagen in zwei Körben neben dem Altar.
Vor dem Gottesdienst versammelten sich die Kinder vor dem Altar. Zunächst wurde die Geschichte von Jesu Geburt vorgelesen. Die Kinder stellten anschließend das Jesuskind, Maria und Josef und natürlich den Ochsen und den Esel in den Stall. Und das Schild an der Herberge wurde von „frei“ auf „belegt“ umgedreht. Schließlich war dort ja kein Platz mehr gewesen.
Danach hörte die Gemeinde, was die Hirten auf dem Feld erlebt hatten. Die Krippenszene wuchs um drei Hirten und etliche Schafe. Auch ein Engel als Repräsentant der himmlischen Heerscharen fand wieder seinen Platz.
Zum Abschluss kamen von weit her weise Männer mit ihrem Kamel nach Bethlehem. Sie folgten einem Stern. Natürlich leuchtet auch in der Krippenszene ein heller Stern über dem Stall. Damit ist fast der gesamte Platz mit den Figuren gefüllt. Alle wollen dem Jesuskind ganz nahe sein.
In einer Krippe zum Anfassen faszinieren besonders solche Dinge, die sich bewegen lassen. So wurde der Wassereimer im Brunnen immer wieder heraufgezogen und herabgelassen.
„Alle Jahre wieder…“ oder „Advent ist es heut“
Nun kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass im Advent und zu Weihnachten immer das Gleiche wiederholt wird. Immer dieselbe Geschichte, dieselbe Dekoration, die gleichen Lieder und und und…
Im Gottesdienst zum ersten Advent wurden wir wieder an die Bedeutung der Adventszeit erinnert. Wir warten auf die Ankunft des Herrn. Allerdings haben wir bis zu diesem Tag der Wiederkunft keinen Adventskalender mit 24 Türchen. Da wir nicht wissen, wann dieser Tag genau kommen wird, wollen wir jeden Tag hoffnungsvoll auf die Wiederkunft des Gottessohnes warten. Wir leben also jeden Tag im Advent! Advent ist es heut!
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