Lage. „Sich mal wieder so ganz bewusst zu freuen“, das wünschte Bezirksältester Michael Block der Gemeinde in Lage gleich zu Beginn des Gottesdienstes am 1. Advent. Den Grund dafür lieferte der Bezirkschor, dem es mit dem Vortrag des Liedes „Saget der Tochter Zion“, in der Fassung von Gottfried August Homilius, gelang, den Funken der Freude überspringen zu lassen.
Es sei zu spüren, so der Bezirksälteste, was das Bibelwort aus Sacharja 9,9, das Grundlage des Gottesdienstes war, gleich in der ersten Zeile aussage: „Du Tochter Zion freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze!“
„Lasst euch anstecken von der Freude der Gemeinschaft, der guten Musik und des besonderen Anlasses - wir feiern den 1. Advent.“
Der Bezirksälteste wies aber auch darauf hin, dass mit dieser Freude nicht klein gemacht werden solle, was manch einer der Gläubigen erdulden und erleben müsse, auch in der Adventszeit. Doch vielleicht könne die Freude eine gute Balance sein und bei aller Traurigkeit wieder auf die Füße helfen und einfach gut tun.
Historisch gesehen
Bezirksältester Block erläuterte den historischen Kontext des Bibelwortes. Angesprochen von diesem Prophetenwort seien zu damaliger Zeit die Jüdinnen und Juden, die rund um Jerusalem wohnten, da wo der Tempel stand. Ihnen wurde ein König verheißen.
„Ich weiß nicht, ob diese Menschen sich über einen neuen König gefreut hätten – nur weil er neu war“, so ein Gedanke des Bezirksältesten. Doch in dem Bibelwort stehe noch etwas ganz Entscheidendes: „Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ Da komme einer, der werde gerecht regieren, der werde dem Volk helfen, der gebe acht auf die Armen und Unterdrückten.
Zukunftsaussicht heute
„Wir gedenken im nahenden Weihnachtsfest der Geburt Jesu. Doch unsere großartige Zukunftsaussicht ist die Wiederkunft Jesu Christi", so der Bezirksälteste. Und da dürften wir voller Hoffnung und voller Freude sein, auf das was da komme. Auf den gerechten König, auf den Friedefürst, auf eine Zeit in der wirklich Frieden herrschen werde.
So richtig sei es nicht möglich für uns Menschen, die Größe der Hilfe, die Jesus Christus durch sein Opfer am Kreuz gebracht habe einzuordnen. Es sei mit menschlichen Worten nicht zu beschreiben: Alles in Ordnung gebracht, das ewige Leben ermöglicht, ewige Gemeinschaft mit Gott.
Wofür stand Jesus?
Arm und reich, gerecht und ungerecht - auch das sei etwas auf das man zu diesem Advent einmal schauen könne. Bezirksältester Block wies auf den letzten Teil des Bibelwortes hin: Jesus ritt auf dem Füllen einer Eselin ein. „Jesus selbst verband sich mit seinem Einzug in Jerusalem noch mal besonders mit der Armut.“ Der Esel sei im Grunde genommen das Lasttier des kleinen Mannes gewesen.
Und Jesus habe das Füllen noch nicht einmal gekauft, geleast oder gemietet, sondern einfach nur geliehen. In aller Bescheidenheit, in aller Armut, in aller Demut sei er eingezogen. „Lasst auch den Advent in diesem Jahr dazu dienen uns immer bewusster zu werden, was eigentlich unser Vorbild, Jesus Christus, ausgemacht hat, wie er gewirkt hat und wofür er stand,“ so der Hinweis des Bezirksältesten.
Ein Licht anzünden
Der Gemeindeleiter, Priester Stephan Falk, erwähnte in seiner Co-Predigt unter anderem den Gedanken: „Es ist besser ein Licht anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu ärgern.“
Das griff Bezirksältester Block noch einmal als einen trostvollen Gedanken auf für all die, die gerade in Sorge oder Traurigkeit sind. Es sei vielleicht ein gutes Rezept, einmal ganz bewusst eine Adventskerze anzuzünden und an ein Licht der Hoffnung zu denken.
Hausaufgabe
Mit einem Augenzwinkern gab der Bezirksälteste der Gemeinde eine Hausaufgabe mit: „Schaut doch mal in den Evangelien nach. Jesus hat sich ja den Esel ausgeliehen. Hat er den eigentlich an seinen Besitzer zurückgegeben?"
Abschließend
Nach dem Gottesdienst war die Gemeinde und auch der Bezirkschor zu einem liebevoll angerichteten Buffet eingeladen. Allen die dazu beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön.
Der Bezirkschor freut sich schon auf seinen nächsten Einsatz im neuen Jahr. Die Probentermine stehen bereits fest.
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