Lage. Bezirksapostel Pöschel besuchte am Mittwoch, 17. Dezember 2025, die Gemeinde Lage. Im Gottesdienst bestätigte er den aus Dortmund-Eving zugezogenen Diakon Ole Krafft (34) in seinem Amt.
In seiner Ansprache betonte der Bezirksapostel, dass es sich nicht um einen neuen geistlichen Akt handle, da Diakon Ole bereits seit fast zehn Jahren diene und seinen Dienst nun in seiner neuen Heimat Lage fortsetze. Er ermutigte ihn mit den Worten: „Finde dich im Kreis der Geistlichen ein, wirke an der Seite des Vorstehers, sei eingebunden in den Amtsbrüderkreis des Bezirks und diene mit den Gaben, die dir gegeben sind.“
Weiter sagte er: „Danke für deine Zusage; für die kommenden Aufgaben wünsche ich dir Treue zu Jesus Christus, Liebe zu den Anvertrauten sowie Gottes Segen und Begleitung.“
Ausrichtung auf Gott: „Ich halte mich zu deinem Altar“
Grundlage des Gottesdienstes war Psalm 73,28: „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.“
Dieses Bibelwort öffne einen weiten Raum für Vertrauen, Ausrichtung und Bekenntnis. Der Bezirksapostel erinnerte daran, dass in der Gemeinde besonders der Altar für diese Ausrichtung stehe: ein Ort der Nähe Gottes, an dem er sich den Menschen zuwende. Sich „zu Gottes Altar zu halten“ bedeute, sich bewusst nach ihm auszurichten.
Was im Gottesdienst empfangen werde – Predigt, Trost, Gemeinschaft und Orientierung – solle den Alltag prägen. Christsein zeige sich darin, Jesus Christus aufrichtig nachzufolgen: nicht vollkommen, aber ehrlich.
Festhalten als Bekenntnis und Bitte
Wir bekennen, dass Gott heute wirkt und dass der Heilige Geist in der Kirche Jesu Christi gegenwärtig ist. Darum ist das Festhalten an Gott immer auch mit der Bitte verbunden, sich neu an seiner Gnade auszurichten.
Alles ist Gnade – dass wir glauben können, glauben wollen und Gottes Wort erkennen dürfen. Der Hinweis „Wer meint, er stehe fest, der sehe zu, dass er nicht falle“ macht deutlich: Glauben ist nie selbstverständlich.
Asaf: Ein Glaubensweg wie unserer
Der Bezirksapostel verwies auf Asaf, den Psalmsänger, der sich mit existenziellen Fragen nach Gerechtigkeit, Gottesnähe und dem Sinn des Leidens auseinandersetzte. Solange alles gut läuft, fällt es leicht zu sagen: „Gott ist groß.“ Doch was, wenn Gott schweigt? Wenn andere scheinbar mühelos durchs Leben gehen, während man selbst kämpft?
Asaf kennt diese Gedanken. Er verstummt nicht, sondern sucht Gottes Nähe im Heiligtum, im stillen Gebet. Dort erkennt er: Gott ist bei mir. Gott sieht mich. Gott trägt mich. Das Sichtbare ist nicht das Ganze; Gottes Nähe ist die eigentliche Zukunft.
Gottes Nähe suchen – gerade in Krisen
Auch wir sollen in Krisen nicht auf Distanz gehen, sondern umso mehr Gottes Nähe suchen. Niemand muss sich schämen, mit Fragen, Vorwürfen oder Zweifeln zu Gott zu kommen. Er kennt unser Herz und begegnet uns in Liebe. Entscheidend ist nicht das Sichtbare, sondern unser Verhältnis zu ihm: das Festhalten an seiner Hand und die Ausrichtung auf seinen Willen.
Das Bekenntnis: „Das ist meine Freude“
Am Ende seines inneren Ringens kommt Asaf zu einem klaren Bekenntnis: Seine Freude ist Gott selbst – nicht äußerer Erfolg, nicht Wohlergehen, nicht die sichtbaren Freuden dieser Welt.
Unsere Freude ist, dass wir uns zu Gott halten dürfen und dass er treu bleibt. Unser Auftrag ist, sein Tun zu verkündigen – nicht nur in guten Zeiten, sondern gerade auch in schwierigen. Wir wollen ein „lesbarer Brief Christi“ sein, gestärkt durch Gottesdienst, Gebet, Gemeinschaft und die Sakramente.
Treue aus Gnaden
Möge es uns aus Gnaden gelingen, immer wieder neu am Altar Gottes festzuhalten und uns an ihm auszurichten. Das Lied der Sängerinnen und Sänger dürfe zu einem gemeinsamen Wunsch werden. Denn Gott ist treu – und in dieser Treue wollen auch wir unseren Weg weitergehen, so die abschließenden Worte des Bezirksapostels.
Gott trägt – auch durch Zweifel
Bischof Thomas Klimek (Arbeitsbereich Nord), der am 30. November 2025 im Zentralgottesdienst in Bielefeld-Mitte zum Bischof ernannt wurde, unterstützte im Gottesdienst das Dienen des Bezirksapostels mit einem weiteren Predigtbeitrag. Er erinnerte daran, dass Gott uns liebt, uns begleitet und wir ihm besonders in Momenten des Zweifelns vertrauen dürfen. Am Beispiel Asafs zeigte er, wie vertraut uns dessen innere Kämpfe sind: Auch wir erleben Zeiten der Unsicherheit und fragen uns, wo wir Halt finden.
Wie Asaf erfahren durfte, lässt Gott niemanden allein, der sich ihm anvertraut. Bischof Klimek hob hervor, wie erstaunlich zeitnah dieser Psalm 73 spricht: Seine Beobachtungen spiegeln unsere Lebenswirklichkeit im Jahr 2025 wider – und Gottes Wort schenkt auch heute Orientierung, Trost und Zuversicht.
Gemeinschaft, Musik und herzliche Abschiede
Den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes gestalteten der Gemeindechor sowie Beiträge mit Querflöte und Klavier. Neben der gastgebenden Gemeinde Lage nahmen auch zahlreiche Gläubige aus Detmold und Lemgo teil, sodass ein weiter Kreis der Gemeinschaft vertreten war.
Im Anschluss nutzten viele die Gelegenheit, sich persönlich von den beiden Aposteln und Bischöfen zu verabschieden und dem neu bestätigten Diakon ihre Segenswünsche auszusprechen.
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