Bad Oeynhausen. Am Pfingstsonntag, 8. Juni 2025 fand die „Nacht der offenen Kirchen“ statt. Wie in jedem Jahr gingen die Teilnehmer der verschiedenen, christlichen Kirchen im Innenstadtbereich von Kirche zu Kirche. Das Motto in diesem Jahr war die Jahreslosung der evangelischen Kirche: „Prüft alles und und behaltet das Gute!“ (1. Thessalonicherbrief, Kapitel 5, Vers 21)
Die Prüfung
In der evangelischen Auferstehungskirche gab es eine szenische Darstellung der biblischen Begebenheit, als Petrus zum ersten Mal eine heidnische Familie tauft.
Der Zenturio Kornelius hat ein Traumgesicht und lässt nach Simon Petrus rufen. Petrus hat zur gleichen Zeit eine Erscheinung, in dem ihm kriechende Tiere in einem Tuch gezeigt werden mit der Aufforderung „Schlachte und iss“. Er begreift erst dieses Sinnbild, als er zum Haus des Kornelius gerufen wird. Obwohl ihm als Jude der Umgang mit Fremden verboten ist, erkennt Petrus, dass der gottesfürchtige Kornelius von ihm getauft werden darf.
Dem Guten auf der Spur
In der katholischen „Peter und Paul-Kirche“ wurde die Frage gestellt: „Was ist das Gute?“ Viele Bewertungskriterien seien einseitig und erforderten eine genaue Sicht auf Zusammenhänge. Als Beispiel wurde „Geld“ bzw. „Kapital“ angeführt, dass bei skrupelloser Ausbeutung anderer Menschen negativ eingesetzt wird. Kapital könne aber auch karitativ verwendet werden. Bewertungskriterium für Christen sei Gottes Liebe, insofern wurde jeder Anwesende aufgefordert, in seinem Bereich und der direkten Umgebung Gutes zu tun.
Fang an
In der Christuskirche der evangelischen Freikirche wurde das Lied „Man in the mirror“ von Michael Jackson zitiert. Die Zuhörer wurden aufgefordert, auf sich selbst zu schauen und etwas in der Welt zu verändern. Einkehr bei sich selbst bedeute, nicht die anderen, sondern sich selbst zu prüfen. Jeder Teilnehmer bekam eine Einladung zur Selbstreflexion. Der Maßstab sei Jesus, da Jesus unbestechlich, aber auch voller Wohlwollen sei. Niemand müsse anderen etwas vormachen, so der durchführende Pfarrer Markus Frank.
Der Abend endete mit einem liebevoll vorbereiteten Abendimbiss in der Christuskirche.
Gottesdienst am Pfingstmontag in der Auferstehungskirche
Die Vertreter der teilnehmenden Gemeinden trugen symbolträchtige Gegenstände wie Ikone, Taufschale, Bibel, Osterkerze und ein frisches Brot herein.
Besonders berührend war die Predigt von Sonia Tarigan, die aus ihrer Familiengeschichte aus Indonesien berichtete. Aus Liebe zur Mutter sei der Vater zunächst zum Islam konvertiert, die Mutter habe aber auf Drängen der kleinen Sonia die christliche Kirche im Heimatort besucht. Mutter und Vater seien nun aus Liebe zur Tochter zum christlichen Glauben konvertiert.
Auch hier wurden die Gläubigen aufgerufen, alles zu prüfen und das Gute zu behalten. Das hereingetragene Brot wurde einer anwesenden, besonders bedürftigen Person geschenkt.
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