Bad Oeynhausen. Frühmorgens bereits trafen sich die Sänger, um für diesen besonderen Tag ein Lied einzuüben. Die Kinder der Chormitglieder bastelten währenddessen aus Kastanien gefährlich aussehende Vogelspinnen, die allerdings harmlos waren und Tische und Altar zierten.
Der Chor eröffnete den Gottesdienst sehr ansprechend mit dem Lied „Kein Wörtlein geht verloren“. Das Dirigat übernahm Alexander Heikel, am Klavier begleitete Diakonin Iris Ladendorff. Der Text ist von Otto de Lamboy, Gustav Mankel und die
Komposition von Alexander Därr.
Dankbarkeit entwickelt sich im Herzen
Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort aus Kolosser 3,17: „und alles was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“
Der Hirte und Vorsteher der Gemeinde Olaf Lohmeier erläuterte der Gemeinde, dass das Eingangslied „Nun danket alle Gott“ während des dreißigjährigen Krieges entstanden sei. Ebenso sei es nach der Entlassung deutscher Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft gesungen worden. Beispiele dafür, dass trotz widriger Umstände Dankbarkeit ein wichtiger Schlüssel gegen Verbitterung sein könnte. Er rief der Gemeinde zu: „Entscheide dich für Jesus!“ und bat darum, sich nach Psalm 50 Vers 14 auszurichten: „Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,“ und zitierte aus dem bekannten Konfirmationsgelübde. Durch Veränderung in uns selbst könnten die „Früchte des Lichtes“ also Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervorgebracht werden.
Mit einer kleinen Geschichte sprach der Hirte die anwesenden Kinder an. Ein Mädchen teilte mit einem etwas lebhaftem Mitschüler, den sie eigentlich nicht habe leiden können, ihr Brot. Über das „Danke“ habe sie sich sehr gefreut und gemerkt, dass der „Klassenkasper“ durchaus ernsthaft und liebenswert sein konnte. Das tägliche Pausenbrot, dass zunächst als Korn gesät, geerntet, gemahlen und gebacken werden müsse, sei gar nicht selbstverständlich, so der Vorsteher.
Vielfalt bereichert
Priester Süllwald erwähnte in seiner Co-Predigt, dass er als Hobbygärtner die Erfahrung gemacht habe, dass trotz guter Pflege nicht alles in seinem Garten gedeihen würde. So könnte auch Liebe nicht immer gedeihen, wenn äußere Verhältnisse die Umstände belasten würden. In deutschen Gärten würde jedes kleine Unkraut entfernt und so sei es auch in unserer Kirche vor etlichen Jahren gewesen. Wer sich etwas anders als in den üblichen kleinbürgerlichen Verhaltensnormen gezeigt hätte, wäre entfernt worden. „Diese Strukturen müssen wir ändern,“ so Priester Süllwald. Vielfalt sei wichtig und dürfe als Bereicherung verstanden werden.
Gott kann man nichts vormachen
Priester Jörg Vogelsang erwähnte, dass das oft zitierte „Gott sei Dank“ schnell zu Floskel werden könne. Aber die Zuhörer sollten dieser Redewendung doch Beachtung schenken und das Gebet an Gott adressieren. Alles Reden, Handeln und die Gedanken sollten sich auf Jesus als Vorbild ausrichten.
Die Stimmen der Sänger waren durch die früh angesetzte Chorprobe gut warm gesungen und deshalb erschallte das „Herr, Herr, wir danken Dir!“ besonders voll und wohltönend.
Tafelspende und kleines Interview
Der Spendentisch für die Tafel war durch die Gaben der Gemeindemitglieder reichlich bestückt und die Übergabe durch Mitglieder des Gemeindegremiums wird sicher viel Freude auslösen.
Bei anschließendem Buffet im Foyer der Kirche fand noch ein kleines Interview statt. Der Gemeindevorsteher Olaf, Paul*, Simon, Benedikt, Amelie, Paul-Henri und Andrè beantworteten noch folgende Fragen: Was bedeutet Erntedank für dich und gibt das Danken einen tiefer gehenden Sinn für dein Leben?
Die Antworten waren so vielfältig wie die Personen:
"Erntedank ist wie Muttertag: eigentlich müsste ich immer dankbar sein, aber an diesem Tag werde ich besonders daran erinnert!"
„Ich danke für die Unterstützung durch meine Eltern und meine Familie. Ohne sie wäre ich nicht so weit gekommen! Als Veganerin kann ich nicht einsehen, dass ich Tiere essen soll und deshalb vermeide ich Fleisch und schone so die Ressourcen dieser Erde.“
„Ich bin froh, dass ich so viele Freunde auf der Welt habe!“
„Erntedank hat mit Aussaat und Ernte zu tun. Auch im Leben ist es so, dass ich immer dann Liebe zurückbekomme, wenn ich einmal Liebe gesät habe. Wenn ich zufrieden bin, mit dem was ich habe, kann ich auch dankbar sein!“
* Paul wurde zu Hause befragt
Ein fröhliches Fest ging zu Ende in der Erkenntnis, dass es viele verschiedene Gaben und Kräfte braucht, um eine Gemeinde lebendig zu gestalten.
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