OWL/Herford. Die Themen des Gottesdienstes für aktive Amtsträgerinnen und Amträger sowie Amtsträger im Ruhestand und Partner am Freitag, 5. Juni 2026 legte Apostel Carsten Denker zu Beginn seiner Predigt ohne Umschweife offen: „Es geht um die Haltung zum Amt, die Haltung zum Amtsauftrag und um die Haltung zum eigenen ‚Ja‘.“
Die Grundlage der Predigt war der Erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther (15,58): „Darum meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.“
In der Aufforderung an die Korinther durch Paulus steckt eine Beobachtung und eine Mahnung zugleich: Aus der Beobachtung, dass es Umorientierungen gegeben habe, die dazu geführt haben, dass das „Werk Jesu“ nicht mehr der Mittelpunkt war, ruft Paulus zur Konzentration auf. Apostel Denker konkretisierte mahnend: „Pass auf deinen Fokus auf. Ist in dir alles wirklich so fest und unerschütterlich?“
Wie wahrhaftig bist du als Prediger? Gott ist Hilfe
Dass der Amtskörper nicht vor Anfechtungen und inneren Herausforderungen gefeit ist, sei nichts Neues. Dabei gehe es auch um Fragen der Kirchenorganisation und Personalentscheidungen, aber es gelte jedoch genau hinzuschauen, wenn es darum geht, die Wiederkunft Christi zu predigen und diese Naherwartung täglich als Vorbild zu leben.
„Stell dir täglich die Frage, wie fest und unerschütterlich du bist.“ gab der Apostel mit auf den Weg. Eine Überfokussierung des Menschlichen im Amtsauftrag kann eigene Entscheidungen ins Wanken bringen. Dies sei nicht die Voraussetzung dafür, die Naherwartung Christi zu predigen.
Es geht nur gemeinsam! Gott stärkt den Glauben
„Glaube ist nicht selbstverständlich“, betonte Denker in Anlehnung an Paulus. Auch ein Gebet sei keine Gelingensbedingung für Glauben. Dennoch gelte, so Carsten Denker tröstend: „Auf Gottes Wort kannst du dich verlassen. Was er sagt, tut er.“
Gott darf fühlen und sehen, dass er von uns geliebt wird. Und zwar vom einzelnen und von allen Amtsträgerinnen und Amtsträgern als Ganzes. Eins sein und eins werden sei das Wichtigste: „Wenn wir nur das Schlechte im anderen sehen oder sogar suchen, wird alles so sehr schwer.“ sprach Denker offen. Und es sich gegenseitig schwer zu machen, helfe nicht dabei, fest und unerschütterlich zu sein. Über allen Herausforderungen stehe das Motto: „Es geht nur gemeinsam – zusammen mit dem, der uns gesandt hat. Es lohnt sich.“
Kein Fassadenbauer sein. Gott findet Wege.
In seiner Copredigt fasste Bischof Thomas Wiktor die Themen des Gottesdienstes noch einmal prägnant zusammen: „Es ist eben nicht immer ‚alles gut‘. Es ist eben nicht immer alles fest und unerschütterlich. Wir suchen oftmals alle die gleiche Motivation.“ Auch wenn man sich redlich bemühe, bedeute die Hingabe zum Werk des Herrn nicht, dass alle nachmachen, was vorgemacht wird. Sich das einzugestehen, sich nicht vor Gott als ein Fassadenbauer zu verhalten, sei der Schlüssel, gemeinsam mit Gott eine feste und unerschütterliche Haltung im Amtsauftrag anzustreben.
Wiktor betonte deutlich, dass niemand entscheide, wann der Herr kommt, sondern dass es die Aufgabe eines jeden Amtsträgers, jeder Amtsträgerin sei, zu stärken, was man hat. Darin sei niemals zu vergessen, dass der andere es genau so gut versucht wie ich: „Das Ziel eint.“
Miteinander – füreinander. Ordination für Bielefeld und Bad Oeynhausen
Apostel Denker ordinierte im Gottesdienst Manfred Petram zum Priester für die Gemeinde Bielefeld-Brake und Jonas Oesker zum Diakon für die Gemeinde Bad Oeynhausen. Der Apostel wünschte beiden offene Augen im Dienen, offene Augen für die Wunder Gottes und offene Herzen. Denn es gehe sehr schnell, jemanden durch eine menschliche Bewertung abzulehnen.
Der Apostel betonte das besondere Vertrauensverhältnis, das Amtsträgerinnen und Amtsträger in der Seelsorge haben. „Miteinander und füreinander durch die Augen des Herzens sehen“, sei die Aufgabe für alle.
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